Union wartet weiter auf Details der Regierung zu Migration
09.09.2024 - 23:16:43Der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, sagte in den ARD-"Tagesthemen", in einem Telefonat habe ihm Bundesinnenministerin Nancy Faeser "bedauerlicherweise" nicht gesagt, wie sie im Detail deutlich mehr ZurĂŒckweisungen an der Grenze erreichen wolle. Beim Treffen vergangene Woche sei vereinbart worden, dass die Regierung dazu ihre Rechtsposition mitteile. ZurĂŒckweisungen an der Grenze seien ein entscheidendes Kriterium fĂŒr die Union, ob weitere GesprĂ€che in dem Format Sinn machen.
Vergangene Woche hatten sich Vertreter von Regierung, Unionsfraktion und BundeslĂ€ndern getroffen, um ĂŒber die EindĂ€mmung der irregulĂ€ren Migration zu beraten. Am Montag hatte Faeser vorĂŒbergehende Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen angeordnet, um die Zahl unerlaubter Einreisen stĂ€rker einzudĂ€mmen. Die zusĂ€tzlichen Kontrollen sollen am 16. September beginnen und zunĂ€chst sechs Monate andauern. Nach dem Treffen in der vergangenen Woche habe die Regierung zudem ein "Modell fĂŒr europarechtskonforme und effektive ZurĂŒckweisungen entwickelt", hieĂ es vom Ministerium. Faeser sagte, sie habe dies der Unionsfraktion mitgeteilt und vertrauliche GesprĂ€che dazu angeboten.
Frei erwartet europaweiten Dominoeffekt bei ZurĂŒckweisungen
Die Unionsfraktion ist ĂŒberzeugt, dass ZurĂŒckweisungen an der Grenze vom Vertrag ĂŒber die Arbeitsweise der EuropĂ€ischen Union gedeckt wĂ€ren, weil Kernbereiche der SouverĂ€nitĂ€t eines Mitgliedslandes wie die öffentliche Ordnung und Sicherheit berĂŒhrt seien. Wenn jemand aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat komme, könne er sich nicht in Deutschland auf das Asyl-Grundrecht berufen, weil er ja aus einem sicheren Land kommen, wo er Asyl hĂ€tte beantragen mĂŒssen, sagte Frei.
Der FraktionsgeschĂ€ftsfĂŒhrer betonte, sollte Deutschland zur MaĂnahme von ZurĂŒckweisungen greifen, wĂŒrde schnell ein Dominoeffekt entstehen. Andere LĂ€nder wĂŒrden dann genauso verfahren. Innerhalb von Tagen, wenn nicht Stunden kĂ€me man zu einem effektiveren europĂ€ischen AuĂenschutz, zeigte sich der CDU-Politiker ĂŒberzeugt.
Frei machte deutlich, die Union habe sich auf das GesprĂ€chsformat eingelassen, damit man sich fĂŒr das Land auf etwas Gutes einige. "Wenn uns gelĂ€nge, an der Stelle etwas zu erreichen, dann wĂ€re das eine groĂe Leistung fĂŒr unser Land und die Menschen hier." Die Union sei bestrebt, eine Lösung zu finden. Eine "ehrliche Lösungsfindung" mĂŒsse es aber auf beiden Seiten geben. Die Union mĂŒsse wissen, ob die gesamte Bundesregierung dazu stehe, dass es zu solchen ZurĂŒckweisungen komme, sagte Frei mit Hinweis auf skeptische Stimmen bei den GrĂŒnen.

