Stimmungsdaten deutet ĂŒberraschend auf Schrumpfung hin
23.09.2024 - 11:49:36Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel einer ersten Berechnung zufolge um 2,1 Punkte auf 48,9 ZĂ€hler, wie S&P am Montag in London mitteilte. Der Wert sackte damit erstmals seit Februar wieder unter die Wachstumsgrenze von 50 Punkten, was auf einen RĂŒckgang der wirtschaftlichen AktivitĂ€ten in dem gemeinsamen WĂ€hrungsraum hindeutet. Analysten hatten hingegen im Schnitt eine StimmungseintrĂŒbung auf lediglich 50,5 Punkte erwartet.
Zu dem RĂŒckgang beigetragen habe der stĂ€rkste RĂŒckgang der AuftragseingĂ€nge seit Januar, hieĂ es von S&P. Da auch die AuftragsbestĂ€nde mit beschleunigter Rate abgenommen hĂ€tten und die GeschĂ€ftsaussichten binnen Jahresfrist auf ein Zehn-Monatstief gesunken seien, habe es den zweiten Stellenabbau in Folge gegeben.
Mit Blick auf einzelne LĂ€nder enttĂ€uschte vor allem die Entwicklung in Frankreich. Hier sackte der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fĂŒr den Dienstleistungsbereich um 6,7 Punkte ab und fiel damit deutlich stĂ€rker als von Analysten erwartet. Zudem legte der entsprechende Index fĂŒr die Industrie unerwartet nur minimal zu. Auch die Einkaufsmanager-Indizes fĂŒr Deutschland enttĂ€uschten.
"Die Eurozone steuert auf eine Stagnation zu", schrieb Cyrus de la Rubia, Chefökonom des S&P-Partners Hamburg Commercial Bank. Der Olympiaeffekt, der das Schwergewicht Frankreich im August noch nach oben gezogen habe, sei nun weggefallen.
Hinsichtlich der weiteren Geldpolitik in der Eurozone kommentierte de la Rubia: "Da die EuropĂ€ische Zentralbank die anhaltend hohe Inflation bei den Serviceanbietern genau beobachtet, ist ihr die Nachricht, dass sich der Auftrieb sowohl der Ein- als auch der Verkaufspreise verlangsamt hat, sicherlich willkommen." BerĂŒcksichtige man zusĂ€tzlich die sich verschĂ€rfende Rezession im verarbeitenden Gewerbe und die nahezu stagnierende Entwicklung im Dienstleistungssektor, könnte eine weitere Zinssenkung im Oktober entgegen den bisherigen Markterwartungen durchaus auf der Tagesordnung stehen.
VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel schrieb: "Die Wirtschaft der Eurozone kommt nicht auf die Beine." FĂŒr die Wintermonate trĂŒbten sich die Konjunkturaussichten ein, ohne dass zuvor eine deutliche konjunkturelle Erholung erkennbar war. Vor allem das verarbeitende Gewerbe leide. Die Situation in der Industrie scheine sich sogar noch zu verschĂ€rfen. Gitzel zog ein noch dĂŒsteres Fazit als de la Rubia: "Die Eurozonen-Wirtschaft scheint auf dem Weg in eine neue Rezession zu sein."/la/men
Die Entwicklung im Ăberblick:
Region/Index September Prognose Vormonat EURORAUM Gesamt 48,9 50,5 51,0 Industrie 44,8 45,7 45,8 Dienste 50,5 52,3 52,9 DEUTSCHLAND Industrie 40,3 42,3 42,4 Dienste 50,6 51,0 51,2 FRANKREICH Industrie 44,0 44,2 43,9 Dienste 48,3 53,1 55,0
(Angaben in Punkten)
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