Fed hÀlt Leitzins stabil - senkt Wachstumsprognose
19.03.2025 - 22:33:11Er liegt damit weiterhin in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent, wie der Zentralbankrat in Washington mitteilte. Auf diesem hohen Niveau befindet sich der Leitzins seit Dezember, schon bei der Sitzung im Januar hatte die Federal Reserve den Leitzins nicht angetastet. Die Entscheidung fÀllt vor dem Hintergrund von US-PrÀsident Donald Trumps aggressiver Zollpolitik, welche die Inflation wieder in die Höhe treiben könnte. Die Notenbank gibt sich mit Blick auf Zinssenkungen in diesem Jahr weiter vorsichtig - und korrigiert die Wirtschaftswachstumsprognose nach unten, hob die Inflationsprognose aber an.
Angst vor Rezession
In den USA gibt es Sorge, dass die US-Wirtschaft wegen Trumps Zollpolitik in eine Rezession schlittern könnte. Eine Folge von Importzöllen ist es, dass Waren, die aus dem Ausland importiert werden, in den USA nicht sofort produziert werden können. Sie wĂŒrden sich daher automatisch verteuern. Zudem könnten US-Unternehmen angesichts der geringeren Konkurrenz aus dem Ausland ihre Preise ebenfalls erhöhen. Zuletzt wurden Zölle gegen Kanada, Mexiko und China und Stahl- und Aluminiumimporte verhĂ€ngt. Zumindest die Zölle fĂŒr Waren aus Kanada und Mexiko nahm Trump zum Teil wieder zurĂŒck.
JĂŒngste Aussagen von Trump werden so gedeutet, dass der PrĂ€sident eine Rezession nicht mehr ausschlieĂt. Typische Merkmale eines Konjunkturabschwungs sind steigende Arbeitslosigkeit, sinkender Konsum, rĂŒcklĂ€ufige Investitionen und eine allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit. Die Notenbank veröffentlichte nun auch ihre neue Konjunkturprognose fĂŒr die USA - und gibt sich pessimistischer als noch vor drei Monaten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgröĂten Volkswirtschaft wird demnach dieses Jahr um 1,7 Prozent wachsen (Dezember: 2,1 Prozent).
Fed geht von etwas höherer Inflation aus
An ihrer Zinsprognose halten die Notenbanker fest. Die Entscheider der Fed rechnen fĂŒr 2025 im Mittel wie im Dezember mit einem Leitzins von 3,9 Prozent. Das deutet auf zwei kleine Zinsschritte in diesem Jahr hin. Seit Amtsantritt hat Trump hohe Zölle auf Waren aus verschiedenen LĂ€ndern verhĂ€ngt. Die Unsicherheit ĂŒber die möglichen Folgen der aggressiven Vorgehensweise zĂ€hlt zu den stĂ€rksten Preistreibern und könnte das Wachstum bremsen. Die Aufgabe der Fed ist es, die Inflation in Zaum zu halten. Sie strebt eine Teuerungsrate von 2 Prozent an.
FĂŒr dieses Jahr rechnen die Notenbanker nun mit einer Teuerungsrate von durchschnittlich 2,7 Prozent - damit ist sie etwas höher als bisher angenommen. Im Dezember lag die Prognose bei 2,5 Prozent. Die Kerninflation, also ohne BerĂŒcksichtigung von Lebensmittel- und Energiepreisen, soll dieses Jahr bei 2,8 Prozent (Dezember: 2,5 Prozent) liegen. Die Notenbanker schauen in ihrer Analyse besonders auf diesen Wert. Er gibt den allgemeinen Preistrend nach Meinung von Fachleuten besser wieder als die Gesamtrate, da schwankungsanfĂ€llige Komponenten herausgerechnet werden.
"Angesichts der hohen Unsicherheit ist Geduld offenbar das Gebot der Stunde fĂŒr die Fed", schrieben die Analysten Bernd Weidensteiner und Christoph Balz von der Commerzbank. "Powell will erst mehr 'Klarheit' haben, bevor die Fed ihre Leitzinsen Ă€ndert. Das dĂŒrfte dann der Fall sein, wenn die wesentlichen Entscheidungen der Regierung getroffen sind. (...) Insgesamt fĂŒhlen wir uns in unserer Prognose bestĂ€tigt, dass die Fed erst gegen Jahresende die Zinsen um 25 Basispunkte senkt. Einen weiteren Schritt erwarten wir Anfang 2026."
Die US-Notenbank wird zudem den Abbau ihrer Bilanz verlangsamen. Ab dem 1. April soll die Menge an Staatsanleihen, die fĂ€llig werden, ohne wieder angelegt zu werden, von 25 Milliarden Dollar auf nur noch maximal 5 Milliarden Dollar sinken. Bei Hypothekenanleihen soll die Obergrenze bei 35 Milliarden Dollar bleiben. Powell verwies auf einige EngpĂ€sse an den GeldmĂ€rkten. Allerdings seien die LiquiditĂ€tsreserven im Finanzsystem grundsĂ€tzlich weiterhin sehr hoch. Die Entscheidung dĂŒrfte laut Powell mittelfristig keinen Einfluss auf den Umfang der Bilanz haben. Die US-Notenbank hat mit dem Abbau ihrer Bilanz im Juni 2022 begonnen. Die Anleihen wurden unter anderem wĂ€hrend der Corona-Krise zur StĂŒtzung der Konjunktur erworben.

