ROUNDUP, US-Notenbank

US-Notenbank bestĂ€tigt Zinsen - Senkungssignale fĂŒr September

31.07.2024 - 22:22:38

Die US-Notenbank Fed hat ihre Zinsen erneut nicht verÀndert.

Gleichzeitig gab sie jedoch Signale fĂŒr eine Zinssenkung auf der nĂ€chsten Sitzung im September. Der Leitzins verharre in einer Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent, gab die Fed am Mittwoch nach ihrer Zinssitzung in Washington bekannt. Bankvolkswirte hatten diese Entscheidung erwartet.

Auch auf den vorherigen Sitzungen hatte die Fed ihre Zinsen nicht angetastet. Zuletzt war die Spanne im Juli 2023 um 0,25 Prozentpunkte angehoben worden. Im Kampf gegen die Inflation erhöhten die WĂ€hrungshĂŒter die Zinsen stark, nachdem der Leitzins Anfang MĂ€rz 2022 noch zwischen null und 0,25 Prozent gelegen hatte.

Eine Lockerung der Geldpolitik auf der kommenden Sitzung Mitte September wird jedoch wahrscheinlicher. "Eine Zinssenkung bei der September-Sitzung könnte anstehen", sagte Notenbankchef Jerome Powell bei der Pressekonferenz. Voraussetzung sei, dass die Inflation weiter sinke und die Lage am Arbeitsmarkt es erlaube. Die Daten hÀtten sich zuletzt in die richtige Richtung bewegt. Im geldpolitischen Ausschuss gebe es die EinschÀtzung, dass man sich auf eine Zinssenkung hin bewege.

Der geldpolitische Ausschuss hatte zudem einige Änderungen in seinem Kommentar zur Zinsentscheidung vorgenommen, die auf eine kĂŒnftige Lockerung der Geldpolitik hinweisen könnten. So wolle man die Risiken fĂŒr beide Seiten des doppelten Mandats beachten. Zuletzt war in der Mitteilung nur von den Inflationsrisiken die Rede gewesen.

Eine geldpolitische Lockerung ist aber laut Powell noch nicht sicher. Man habe noch keine Entscheidung getroffen. Es sei auch möglich, dass die Fed in diesem Jahr gar nicht mehr die Zinsen senken werde. Aber auch mehrere Zinssenkungen seien denkbar. Man wolle noch mehr Daten sehen, sagte Powell. Bis zum September stĂŒnden noch eine Reihe von Veröffentlichungen an. Politische ErwĂ€gungen vor der PrĂ€sidentschaftswahl im November spielten keine Rolle.

Zuletzt war an den FinanzmĂ€rkten die Erwartung gestiegen, dass die Fed auf ihrer nĂ€chsten Sitzung im September die Zinsen senken könnte. So war die Inflationsrate im Juni auf 3,0 Prozent gesunken. Im Jahr 2022 hatte diese zeitweise noch gut neun Prozent betragen. Gleichzeitig deuten jĂŒngste Daten auf eine AbkĂŒhlung am Arbeitsmarkt hin.

"US-Notenbank-Chef Powell hat auf der heutigen Pressekonferenz Signale ausgesendet, dass die Zinsen bereits auf der nĂ€chsten Sitzung im September gesenkt werden könnten", kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. "Denn einerseits gebe es weitere Fortschritte bei der InflationsbekĂ€mpfung und andererseits wolle die Fed keine weitere deutliche AbkĂŒhlung am Arbeitsmarkt." Man sehe sich in der Prognose einer ersten Zinssenkung im September bestĂ€tigt. Elmar Völker, Analyst bei der LBBW, erwartet auch eine Zinssenkung im September. Ausgemachte Sache sei eine erste Zinssenkung noch nicht, denn einen "Wink mit dem Zaunpfahl" habe man wohl bewusst vermieden.

Die FinanzmÀrkte reagierten nicht sehr stark auf die Aussagen von Powell. Der Euro legte zum Dollar ein wenig zu. Die Kurse von US-Staatsanleihen legten zu. Die AktienmÀrkte verteidigten ihre vorherigen Gewinne weitgehend.

@ dpa.de