US-Notenbank bestÀtigt Leitzins und stellt Senkungen in Aussicht
20.03.2024 - 19:49:52Er liegt damit weiterhin in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent, wie der Zentralbankrat am Mittwoch in Washington mitteilte. Zu diesem Satz können sich GeschÀftsbanken Zentralbankgeld leihen. Die Entscheidung war erwartet worden. Der Leitzins ist damit weiterhin so hoch wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr. Neue Prognosen deuten darauf hin, dass die Zentralbank in diesem Jahr die Zinsen senkt.
Die Entscheider der Fed rechnen fĂŒr dieses Jahr im Mittel weiterhin mit einem Leitzins von 4,6 Prozent. Das deutet auf drei Zinssenkungen in diesem Jahr hin. Seit MĂ€rz 2022 hat die Fed ihren Leitzins im Kampf gegen die Inflation im rekordverdĂ€chtigen Tempo um mehr als fĂŒnf Prozentpunkte angehoben - in den vergangenen Monaten aber nicht mehr an der Zinsschraube gedreht und die Zinsen auf hohem Niveau belassen. Der Preisauftrieb in den USA hatte sich zuletzt unerwartet wieder etwas beschleunigt - die Inflation erweist sich als hartnĂ€ckig.
Die Verbraucherpreise stiegen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,2 Prozent. Analysten hatten im Schnitt eine unverÀnderte Rate von 3,1 Prozent erwartet. Die US-Notenbank strebt mittelfristig eine PreisstabilitÀt von 2 Prozent an. Die rasante Teuerung war unter anderem vom Anstieg der Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und den Folgen der Corona-Pandemie ausgelöst worden. Die Teuerungsrate in den USA war immer Sommer 2022 mit mehr als 9 Prozent so hoch wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr.
Nun hat die US-Notenbank neue SchĂ€tzungen zur Teuerungsrate veröffentlicht. Sie rechnet in diesem Jahr weiter mit einer Teuerungsrate von durchschnittlich 2,4 Prozent. Das entspricht der Prognose von Dezember. FĂŒr das Jahr 2025 geht die Fed von einer Inflationsrate von 2,2 Prozent aus. Die Kerninflation, also ohne BerĂŒcksichtigung von Lebensmittel- und Energiepreisen, soll dieses Jahr aber bei 2,6 Prozent (Dezember: 2,4) liegen. Die Notenbanker schauen in ihrer Analyse besonders auf diesen Wert. Er gibt den allgemeinen Preistrend nach Meinung von Fachleuten besser wieder als die Gesamtrate, da schwankungsanfĂ€llige Komponenten herausgerechnet werden.
Die Inflation im Zaum zu halten, ist die klassische Aufgabe der Notenbanken. Die Fed dreht im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise an der Zinsschraube, um die Nachfrage auszubremsen. Steigen die Zinsen, mĂŒssen Privatleute und Wirtschaft mehr fĂŒr Kredite ausgeben - oder leihen sich weniger Geld. Das Wachstum nimmt ab, Unternehmen können höhere Preise nicht unbegrenzt weitergeben - und idealerweise sinkt die Inflationsrate. FĂŒr die Fed ist es aber wichtig, die richtige Balance zu finden. Denn bei zu hohen Zinsen besteht die Gefahr einer Rezession.
Die rasanten Zinsanhebungen der Fed hatten das Wachstum in der gröĂten Volkswirtschaft erwartungsgemÀà gedĂ€mpft. Doch die US-Wirtschaftsdaten haben Volkswirte - und wohl auch die Notenbanker - positiv ĂŒberrascht. Die Fed sagt nun fĂŒr dieses Jahr ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum voraus als noch vor drei Monaten angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgröĂten Volkswirtschaft wird demnach 2024 um 2,1 Prozent (Dezember: 1,4) wachsen. Die neuen Zahlen dĂŒrften den Druck auf die Fed mindern, die Zinsen schnell deutlich zu senken.

