Keine Zölle gegen Russland wegen Ukraine-Verhandlungen
06.04.2025 - 20:17:25Der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates, Kevin Hassett, sagte dem Fernsehsender ABC, es wÀre "nicht angebracht, mitten in diese Verhandlungen eine neue Sache hineinzuwerfen". US-PrÀsident Donald Trump habe daher entschieden, die beiden Themen nicht miteinander zu vermischen.
Dies bedeute nicht, dass Russland völlig anders behandelt werde als andere LĂ€nder, betonte Hassett. Der PrĂ€sident lege lediglich einen besonderen Fokus auf die GesprĂ€che mit Moskau ĂŒber ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine. "Russland befindet sich inmitten von Friedensverhandlungen, die das Leben Abertausender Menschen betreffen - und genau darauf konzentriert sich PrĂ€sident Trump im Moment."
Das US-Zollpaket
Trump hatte vor wenigen Tagen ein gewaltiges Zollpaket vorgestellt, das die Weltwirtschaft auf die Probe stellt und Importe aus fast allen LĂ€ndern mit neuen Strafabgaben belegt. Auf der Liste der betroffenen LĂ€nder ist unter anderem Russland allerdings nicht aufgefĂŒhrt - im Gegensatz etwa zur Ukraine.
Zur ErklĂ€rung hatte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt zunĂ€chst angefĂŒhrt, dass Russland nicht berĂŒcksichtigt worden sei, weil US-Sanktionen bereits "jeden bedeutenden Handel ausschlieĂen".
Der Handel zwischen Russland und den USA schrumpfte nach Daten des United States Census Bureau im Vergleich zu der Zeit vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine tatsÀchlich stark. Russland liegt in der Handelsbilanz der USA bei Warenimporten aber immer noch vor der Ukraine. Der US-Statistikbehörde zufolge kamen im Jahr 2024 Waren im Wert von rund 3 Milliarden US-Dollar aus Russland in die USA - im Vergleich zu einem Wert von etwa 1,2 Milliarden Dollar aus der Ukraine.
FĂŒr die Ukraine sollen laut Trumps Zoll-Liste Strafzölle von 10 Prozent fĂ€llig werden. Die Liste fĂŒhrt auch kleine, nicht unabhĂ€ngige Gebiete wie Tokelau im SĂŒdpazifik oder Gibraltar auf.
GesprÀche zum Ukraine-Krieg
Die Trump-Regierung hat GesprĂ€che aufgenommen mit dem Ziel, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Der US-PrĂ€sident trat in den vergangenen Wochen jedoch deutlich wohlwollender gegenĂŒber Russland auf als gegenĂŒber der Ukraine. Er setzte sich damit dem Vorwurf aus, eher auf der Seite Moskaus zu stehen.

