Siedlergewalt im Westjordanland: USA verhÀngen neue Sanktionen
19.04.2024 - 18:36:06Das teilte das Finanzministerium am Freitag in Washington mit. Die Sanktionen richten sich gegen zwei Organisationen, die den Angaben nach zwei bereits sanktionierte extremistische Siedler finanziell unterstĂŒtzt haben. Die MĂ€nner seien "fĂŒr die Zerstörung von Eigentum, Ăbergriffe auf Zivilisten und Gewalt gegen PalĂ€stinenser verantwortlich", erklĂ€rte der stellvertretende Finanzminister Wally Adeyemo. "Solche Handlungen untergraben den Frieden, die Sicherheit und die StabilitĂ€t im Westjordanland."
Zeitgleich sanktionierte die US-Regierung einen Mann namens Ben-Zion Gopstein. Dieser gilt als enger Vertrauter des radikalen israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir. Gopstein ist GrĂŒnder und AnfĂŒhrer einer rechtsradikalen jĂŒdischen Gruppe namens Lehava. Als Folge der Sanktionen werden mögliche Vermögenswerte der Betroffenen in den USA blockiert. US-BĂŒrgern oder Menschen, die sich in den Vereinigten Staaten befinden, sind GeschĂ€fte mit den sanktionierten Organisationen und Personen untersagt. Banken, die mit ihnen GeschĂ€fte machen, können ebenfalls Sanktionen drohen.
Kurz zuvor hatte die EU erstmals Sanktionen wegen der Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen PalĂ€stinenser verhĂ€ngt - auch gegen Lehava. Die Mitgliedstaaten beschlossen die StrafmaĂnahmen am Freitag in einem schriftlichen Verfahren.
Israel hatte wĂ€hrend des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Zahl der Siedler in dem Gebiet, das zwischen dem israelischen Kernland und Jordanien liegt, ist inzwischen auf etwa eine halbe Million gestiegen. EinschlieĂlich Ost-Jerusalems sind es sogar 700 000. Die Siedler leben inmitten von rund drei Millionen PalĂ€stinensern - diese beanspruchen die Gebiete als Teil eines eigenen Staats.
2016 bezeichnete der UN-Sicherheitsrat diese Siedlungen als Verletzung des internationalen Rechts und forderte Israel auf, alle SiedlungsaktivitÀten zu stoppen.

