Wirtschaft schrumpft zum Jahresbeginn
29.05.2025 - 15:28:55Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 0,2 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington nach einer zweiten SchĂ€tzung mitteilte. ZunĂ€chst war ein RĂŒckgang um 0,3 Prozent ermittelt worden. Volkswirte hatten im Schnitt eine BestĂ€tigung der ErstschĂ€tzung erwartet. Im vierten Quartal hatte die gröĂte Volkswirtschaft der Welt noch um 2,4 Prozent zugelegt.
Die aggressive Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump spiegelt sich in den Daten noch nicht voll wider. Dieser hatte erst Anfang April seine Zölle gegenĂŒber fast allen LĂ€ndern dieser Welt angekĂŒndigt. FĂŒr China und die EuropĂ€ische Union wurden sie vorĂŒbergehend teilweise zurĂŒckgenommen. Ein US-Bundesgericht hat die Zölle jetzt vorerst gestoppt.
Die Importe sind aber schon vor der Zollentscheidung im MĂ€rz deutlich gestiegen. US-Unternehmen wollten sich offenbar nochmal mit auslĂ€ndischen Produkten eindecken. Dies belastete das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. So sind die Importe im ersten Quartal um 42,6 Prozent gestiegen. Dies ist noch etwas mehr, als in einer ersten SchĂ€tzung ermittelt. Der AuĂenhandel belastete das Wirtschaftswachstum um fast fĂŒnf Prozentpunkte.
Aber auch der wichtige private Konsum schwÀchelte. Die Konsumausgaben stiegen mit annualisierten 1,2 Prozent so wenig wie seit Mitte 2023 nicht mehr. ZunÀchst waren 1,8 Prozent ermittelt worden. Die leichte AufwÀrtsrevision der BIP-Zahlen erfolgte, da die Investitionen etwas stÀrker als zunÀchst ermittelt gestiegen sind.
US-Wachstumszahlen werden annualisiert, also auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen wĂŒrde, wenn das Tempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, mĂŒsste man die US-Rate durch vier teilen.

