USA, UN-Gericht

USA: UN-Gericht soll sich in Gaza-Konflikt zurĂŒckhalten

21.02.2024 - 17:01:20

Die USA haben den Internationalen Gerichtshof aufgerufen, sich im Gaza-Krieg mit einseitigen Forderungen an Israel zurĂŒckzuhalten.

Die Aufforderung, die besetzten Gebiete unverzĂŒglich und bedingungslos zu rĂ€umen, könnte den Friedensprozess noch weiter blockieren, warnte der Rechtsvertreter der USA; Richard Visek, am Mittwoch vor dem Gericht in Den Haag. Das Gericht sollte nicht versuchen, den lang andauernden Konflikt mit einem Rechtsgutachten zu lösen, das nur das Verhalten einer Seite gezielt anspreche.

Seit Montag lĂ€uft bei dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen eine Anhörung zur Frage, ob die seit fast 60 Jahren dauernde israelische Besatzung der palĂ€stinensischen Gebiete rechtmĂ€ĂŸig ist. Eine Rekordzahl von 52 Staaten und drei internationalen Organisationen beteiligt sich daran. Eine Entscheidung des Gerichts wird erst in Monaten erwartet.

Der Vertreter der USA bekrĂ€ftigte, dass ein solches Rechtsgutachten Konsequenzen fĂŒr die Konfliktparteien und fĂŒr die andauernden "BemĂŒhungen um einen dauerhaften Frieden" haben werde. Der Vertreter Russlands, Botschafter Wladimir Tarabrin, klagte Israel wegen der "andauernden Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes fĂŒr die PalĂ€stinenser" an. Er beschuldigte auch die USA, den Friedensprozess seit Jahren absichtlich zu stören.

Der Außenminister der palĂ€stinensischen Autonomiebehörde, Riad Malik, hatte vor Gericht erklĂ€rt, dass Israel seit 1967 gegen internationales Recht verstoße, indem es breite Streifen Land annektiert habe und den PalĂ€stinensern das Selbstbestimmungsrecht nicht zugestehe. Die Richter sollten in ihrem Gutachten unmissverstĂ€ndlich klarstellen, dass die Besatzung illegal sei und das Recht auf Selbstbestimmung bekrĂ€ftigen.

Die UN-Generalversammlung hatte 2022 das Rechtsgutachten des Gerichtshofes beantragt. Das Gutachten ist zwar nicht bindend, kann aber den internationalen Druck auf Israel im Gaza-Krieg weiter erhöhen. Israel weist die Anhörung als "Missbrauch des internationalen Rechts" zurĂŒck. In einer schriftlichen ErklĂ€rung unterstreicht Israel "das Recht und die Pflicht, seine BĂŒrger zu schĂŒtzen" und verweist auf die andauernde Gefahr fĂŒr seine BĂŒrger und die nationale Sicherheit durch palĂ€stinensische Terroristen.

@ dpa.de