EU verschiebt Vergeltung fĂŒr neue US-Zölle
20.03.2025 - 14:37:14Die EU verschiebt die geplante WiedereinfĂŒhrung von Vergeltungszöllen auf US-Waren im Milliardenwert um zwei Wochen auf Mitte April. Die Reaktion auf die von US-PrĂ€sident Donald Trump in Kraft gesetzten amerikanischen Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte soll nach Angaben der zustĂ€ndigen EuropĂ€ischen Kommission statt Anfang erst Mitte April erfolgen.
Der Schritt soll es ermöglichen, zusĂ€tzlichen Raum fĂŒr GesprĂ€che mit der US-Regierung zu schaffen. Die EU bleibe bereit, mit den USA in einen konstruktiven Dialog einzutreten, um eine Lösung zu finden, die unnötigen Schaden fĂŒr beide Volkswirtschaften vermeide, hieĂ es in einer ErklĂ€rung.
Trump hatte der EU zuvor mit Zöllen von 200 Prozent auf Wein, Champagner und andere alkoholischen GetrĂ€nke aus Frankreich und anderen EU-Staaten gedroht. Die USA wĂŒrden diese Zölle in KĂŒrze erheben, wenn die EU nicht den geplanten Zoll auf amerikanischen Whiskey zurĂŒcknehme, warnte er. Besonders hart wĂŒrden die US-Zölle groĂe WeinproduzentenlĂ€nder wie Frankreich treffen.
Zölle auf Bourbon-Whiskey und MotorrÀder
Die WiedereinfĂŒhrung der derzeit ausgesetzten Zölle wĂŒrde fĂŒr US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, Spielkonsolen, MotorrĂ€der, Boote und Erdnussbutter gelten. Die Höhe der Zusatzzölle soll zum Teil bei 50 Prozent liegen - so zum Beispiel fĂŒr in den USA gebaute MotorrĂ€der des Herstellers Harley-Davidson und Jack-Daniel's-Whiskey.
Weitere GegenmaĂnahmen werden derzeit noch erarbeitet und sollen ebenfalls Mitte April aktiviert werden. Sie sollen Unternehmen treffen, die amerikanische Agrarprodukte wie GeflĂŒgel, Rindfleisch, bestimmte MeeresfrĂŒchte, NĂŒsse, Eier, Milchprodukte, Zucker und GemĂŒse in die EU verkaufen.Â
Zudem soll es EU-Extrazölle auf weitere Industrieprodukte geben wie Stahl- und Aluminiumprodukte, Textilien, Lederwaren, HaushaltsgerÀte, Werkzeuge, Kunststoffe und Holzprodukte.
Waren im Wert von 26 Milliarden Euro betroffen
Nach Angaben der BrĂŒsseler Behörde treffen die neuen US-Zölle in Höhe von 25 Prozent Exporte der Staatengemeinschaft im Gesamtwert von 26 Milliarden Euro, was in etwa fĂŒnf Prozent der gesamten Warenexporte der EU in die USA entspricht. «Basierend auf den aktuellen Importströmen wird dies dazu fĂŒhren, dass US-Importeure bis zu sechs Milliarden Euro an zusĂ€tzlichen Importzöllen zahlen mĂŒssen», hieĂ es vor rund einer Woche.
Die EU-GegenmaĂnahmen sollen dies ausgleichen. Nach Kommissionsangaben wĂ€ren US-Warenexporte im Wert von bis zu 26 Milliarden Euro von den geplanten EU-Reaktionen betroffen.
Bereits Handelsstreit in erster Trump-Amtszeit
US-PrĂ€sident Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 Sonderzölle die Einfuhr von Stahl- und Aluminiumprodukten angeordnet und dies «mit Interessen der nationalen Sicherheit» begrĂŒndet.Â
Die EU reagierte damals bereits mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, MotorrÀder und Jeans.
Im Herbst 2021 einigte sich die EU dann allerdings mit der Regierung von Trumps demokratischem Nachfolger Joe Biden auf ein Stillhalteabkommen, das zur Folge hatte, dass die Zölle weitestgehend ausgesetzt wurden.Â
Nach seiner Wiederwahl geht Trump nun aber wieder auf Konfrontationskurs. Er hat auch angekĂŒndigt, auf Autos und andere Waren aus der EU neue Zölle verhĂ€ngen zu wollen. Mit ihnen wird am 2. April gerechnet. Damit will er die USA als Produktionsstandort stĂ€rken und Handelsdefizite abbauen.











