Konjunktur/Indikatoren, Zusammenfassung

Inflation in Deutschland bleibt stabil bei 2,0 Prozent

31.07.2025 - 14:41:33 | dpa.de

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juli mit unverÀndertem Tempo gestiegen.

Wie bereits im Juni sind Waren und Dienstleistungen im Schnitt 2,0 Prozent teurer als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt berichtet.

Auf der Grundlage vorlĂ€ufiger Daten zeigt sich, dass besonders Dienstleistungen mit einem Anstieg von 3,1 Prozent und Lebensmittel mit einem Plus von 2,2 Prozent die Preisentwicklung antreiben. Die Energiepreise haben hingegen erneut die Teuerung gedĂ€mpft, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. Energie war 3,4 Prozent gĂŒnstiger als im Juli 2024.

Die sogenannte Kerninflation - also die Rate ohne die schwankungsanfĂ€lligen Preise fĂŒr Nahrungsmittel und Energie - liegt weiterhin höher: Wie im Juni betrĂ€gt sie 2,7 Prozent. Commerzbank DE000CBK1001-Chef-Volkswirt Jörg KrĂ€mer bezeichnet das als "Schönheitsfehler", weil dies bei einer anziehenden Konjunktur ein Inflationsrisiko darstelle.

Seit Monaten ĂŒberdurchschnittliche Teuerung bei Dienstleistungen

Die erhöhte Teuerung bei Dienstleistungen hÀlt sich seit Monaten hartnÀckig. Die 3,1 Prozent in diesem Bereich sind lediglich 0,2 Punkte weniger als im Juni. Ein Grund sind gestiegene Löhne.

EZB beobachtet ohne Zinsschritt

Die EuropĂ€ische Zentralbank hat sich bei ihrer jĂŒngsten Zinssitzung vor einer Woche vorlĂ€ufig in die Beobachterrolle zurĂŒckgezogen. Nach sieben Zinssenkungen in Folge sahen die WĂ€hrungshĂŒter die Inflation offenbar so weit eingedĂ€mmt, dass vorerst kein weiterer Zinsschritt notwendig schien. Der Leitzins blieb daher unverĂ€ndert bei 2,0 Prozent. FĂŒr den Herbst werden Kontroversen zwischen BefĂŒrwortern und Gegnern einer noch lockeren Geldpolitik erwartet.

Bei einer Inflationsrate von 2,0 Prozent sieht die EZB ihr Ziel der PreisstabilitÀt gewahrt. Geringere Preissteigerungen könnten das wirtschaftliche Wachstum hemmen, weil Privatleute und Firmen in Erwartung noch niedrigerer Preise ihre Investitionen hinauszögern könnten.

Erwartungen fĂŒr das Gesamtjahr

Im Vergleich zum Juni sind die Preise um 0,3 Prozent gestiegen, berichtet die Behörde.

Die Bundesbank geht davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland in den kommenden Monaten um die Zwei-Prozent-Marke schwanken wird. Der SachverstÀndigenrat ("Wirtschaftsweise") rechnet damit, dass auch im Jahresschnitt 2025 ein Wert um zwei Prozent herauskommen wird.

Im Gesamtjahr 2022 war die Inflation in Deutschland auf 6,9 Prozent geschnellt, 2023 waren es 5,9 Prozent. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 waren die Preise fĂŒr Energie und Lebensmittel sprunghaft geklettert. Im vergangenen Jahr flaute die Teuerung auf 2,2 Prozent ab. Je höher die Inflationsrate, umso geringer die Kaufkraft der Menschen.

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