Geschlechterunterschiede, Bezahlung

Geschlechterunterschiede bei Bezahlung leicht gesunken

06.03.2025 - 08:13:10

Die Verdienstungleichheit zwischen Frauen und MĂ€nnern ist im vergangenen Jahr leicht gesunken.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, lag der Gender Gap Arbeitsmarkt im Jahr 2024 bei 37 Prozent und damit zwei Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Der Gender Pay Gap gilt als der zentrale Indikator fĂŒr Verdienstungleichheit zwischen Frauen und MĂ€nnern. Da sich Verdienstungleichheit jedoch nicht nur auf Bruttostundenverdienste begrenzt, berechnet das Statistische Bundesamt mit dem Gender Gap Arbeitsmarkt einen Indikator fĂŒr die erweiterte Verdienstungleichheit.

Dieser betrachtet neben der VerdienstlĂŒcke pro Stunde (Gender Pay Gap) zusĂ€tzlich die Unterschiede in der bezahlten monatlichen Arbeitszeit (Gender Hours Gap) und in der Erwerbsbeteiligung von Frauen und MĂ€nnern (Gender Employment Gap). Ausschlaggebend fĂŒr den RĂŒckgang des Gender Gap Arbeitsmarkt war der RĂŒckgang des unbereinigten Gender Pay Gaps. Dieser sank 2024 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent. Das heißt Frauen verdienten 16 Prozent weniger pro Stunde als MĂ€nner. Der RĂŒckgang ist vor allem auf gestiegene Bruttomonatsverdienste (ohne Sonderzahlungen) von Frauen zurĂŒckzufĂŒhren. Im Jahr 2024 erhöhten sich die Bruttomonatsverdienste der Frauen gegenĂŒber 2023 um rund acht Prozent. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von MĂ€nnern stieg dagegen nur um fĂŒnf Prozent. Eine wesentliche Ursache fĂŒr die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und MĂ€nnern ist die höhere Teilzeitquote von Frauen. WĂ€hrend MĂ€nner 2024 im Monat 149 Stunden einer bezahlten Arbeit nachgingen, waren es bei Frauen nur 122 Stunden. Damit brachten Frauen wie im Vorjahr 18 Prozent weniger Zeit fĂŒr bezahlte Arbeit auf als MĂ€nner (Gender Hours Gap). Auch in der Erwerbsbeteiligung gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aktuelle Zahlen zur ErwerbstĂ€tigkeit aus dem Jahr 2023 zeigen, dass 73,6 Prozent aller Frauen einer bezahlten Arbeit nachgingen. Bei den MĂ€nnern waren es 80,8 Prozent. Damit lag der Gender Employment Gap wie bereits im Vorjahr bei neun Prozent. Aus den drei genannten Gender Gaps wird der Gender Gap Arbeitsmarkt berechnet. Je höher der Gender Gap Arbeitsmarkt, desto stĂ€rker ist die Verdienstungleichheit auf dem Arbeitsmarkt ausgeprĂ€gt. In den letzten zehn Jahren sank der Gender Gap Arbeitsmarkt um acht Prozentpunkte. Im Jahr 2014 hatte er noch bei 45 Prozent gelegen. Wie auch 2024 waren die Hauptursachen die geringeren Stundenverdienste (Gender Pay Gap 2014: 22 Prozent) und Arbeitszeiten von Frauen (Gender Hours Gap 2014: 21 Prozent). In den letzten zehn Jahren nĂ€herten sich jedoch die Verdienst- und BeschĂ€ftigungssituationen von Frauen und MĂ€nnern an. Vor allem die Bruttostundenverdienste der Frauen stiegen seit 2014 stĂ€rker als die der MĂ€nner. Das fĂŒhrte zu einem RĂŒckgang des Gender Pay Gap um sechs Prozentpunkte von 22 Prozent im Jahr 2014 auf 16 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig verringerte sich auch der Gender Hours Gap um drei Prozentpunkte, von 21 Prozent auf 18 Prozent. Grund dafĂŒr war ein RĂŒckgang der Arbeitsstunden bei den MĂ€nnern von 154 im Jahr 2014 auf 149 im Jahr 2024. Bei den Frauen blieben die bezahlten Stunden mit 122 in den letzten zehn Jahren nahezu konstant. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen stieg dagegen stĂ€rker als die der MĂ€nner. Im Jahr 2014 waren 69,3 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstĂ€tig, 2023 waren es 73,6 Prozent. Bei den MĂ€nnern stieg die ErwerbstĂ€tigenquote nur um drei Prozentpunkte. Der Gender Employment Gap sank damit von elf Prozent auf neun Prozent, so die Statistiker.

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