Verdienstungleichheit auf dem Arbeitsmarkt stagniert
Veröffentlicht am: 26.02.2026 um 08:18 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deDer unbereinigte Gender Pay Gap lag im Berichtsjahr 2025 bei 16 Prozent. Das heiĂt, Frauen verdienten 16 Prozent weniger pro Stunde als MĂ€nner. Ausgehend vom unbereinigten Gender Pay Gap lassen sich knapp zwei Drittel der VerdienstlĂŒcke durch die fĂŒr die Analyse zur VerfĂŒgung stehenden Merkmale erklĂ€ren. Der unerklĂ€rte Teil entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap von sechs Prozent.
Eine wesentliche Ursache fĂŒr die Verdienstunterschiede insgesamt zwischen Frauen und MĂ€nnern ist weiterhin die höhere Teilzeitquote von Frauen. WĂ€hrend MĂ€nner 2025 ĂŒber alle BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse hinweg durchschnittlich gut 34 Stunden pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgingen, waren es bei Frauen knapp 28 Stunden pro Woche. Damit brachten Frauen wie in den vergangenen Jahren 18 Prozent weniger Zeit fĂŒr bezahlte Arbeit auf als MĂ€nner (Gender Hours Gap).
Auch in der Erwerbsbeteiligung gibt es weiterhin Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aktuelle Zahlen zur ErwerbstÀtigkeit aus dem Jahr 2024 zeigen, dass knapp 74 Prozent aller Frauen einer bezahlten Arbeit nachgingen. Bei den MÀnnern waren es rund 81 Prozent. Damit sank der Gender Employment Gap im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf acht Prozent. Aus den drei Gender Gaps wird der Gender Gap Arbeitsmarkt berechnet.
Auf Ebene der BundeslĂ€nder zeigt sich ein geteiltes Bild: In den östlichen BundeslĂ€ndern fiel der Indikator fĂŒr die erweiterte Verdienstungleichheit 2025 mit 22 Prozent wesentlich geringer aus als im Westen (39 Prozent). Am niedrigsten war der Gender Gap Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern (17 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt (20 Prozent). In den westlichen BundeslĂ€ndern lag der Wert hingegen höher: am höchsten in Baden-WĂŒrttemberg und Bayern mit 41 Prozent, gefolgt von Hessen, Niedersachsen und dem Saarland (jeweils 40 Prozent).
Ein wesentlicher Grund fĂŒr das Ost-West-GefĂ€lle ist die historisch bedingte, höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen in den östlichen BundeslĂ€ndern. Zudem arbeiten sie hĂ€ufiger in Vollzeit, wodurch sowohl der Gender Pay Gap, der Gender Hours Gap als auch der Gender Employment Gap dort geringer ausfallen als im Westen.
