Berlins, Regierender

Berlins Regierender BĂŒrgermeister: Migrationswende wirkt

05.08.2025 - 06:24:22

Die verschĂ€rfte Migrationspolitik der Bundesregierung zeigt nach EinschĂ€tzung von Berlins Regierendem BĂŒrgermeister Kai Wegner erste Wirkungen.

"Wir spĂŒren inzwischen eine deutliche Entlastung bei den Zuzugszahlen von GeflĂŒchteten", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das sei eine gute Entwicklung, denn LĂ€nder und Kommunen seien bei der Integration an ihre Belastungsgrenze gekommen.

"Druck lÀsst nach"

"Gleichzeitig steigt die Zahl der Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen", stellte Wegner fest. "Derzeit verlassen doppelt so viele Menschen unsere Stadt als neue Menschen in Berlin ankommen. Der Druck hat in Berlin etwas nachgelassen." Momentan stĂŒnden in der Stadt rund 6.000 freie Betten fĂŒr FlĂŒchtlinge zur VerfĂŒgung.

"Ich bin zuversichtlich, dass die Wende in der Migrationspolitik bald noch mehr Wirkung zeigen wird", fĂŒgte er hinzu. "Dann haben wir auch wieder mehr KapazitĂ€ten fĂŒr die integrationspolitischen Maßnahmen fĂŒr die Menschen, die schutzbefohlen sind und bei uns bleiben."

Wegner ermutigte die Bundesregierung, diesen Weg weiterzugehen, sieht aber auch die EU in der Pflicht. Er mahnte eine gemeinsame Asylpolitik in der EuropÀischen Union und eine bessere Sicherung der europÀischen Grenzen an, "damit wir keine Kontrollen mehr an den deutschen Grenzen brauchen."

Jedes Jahr Tausende Neuankömmlinge

2023 waren in Berlin 31.906 GeflĂŒchtete aufgenommen worden: 16.762 Asylbewerber und 15.144 KriegsflĂŒchtlinge aus der Ukraine. 2024 ging die Zahl der Neuankömmlinge auf 21.157 zurĂŒck: 10.749 Asylbewerber und 10.408 Ukraine-FlĂŒchtlinge. Im ersten Halbjahr 2025 setzte sich der Trend fort. Die Behörden zĂ€hlten 6.089 GeflĂŒchtete: 3.153 Asylbewerber und 2.936 Ukraine-FlĂŒchtlinge.

Kostenexplosion

Die Kosten fĂŒr Unterbringung, Versorgung und Integration von GeflĂŒchteten hatten sich in Berlin zwischen 2022 und 2025 auf 2,24 Milliarden Euro fast verdoppelt. Überlegungen, deshalb eine Notlage auszurufen, um sogenannte Notlagenkredite zur Finanzierung aufnehmen zu können, setzte die schwarz-rote Koalition bislang nicht um - auch vor dem Hintergrund zuletzt rĂŒcklĂ€ufiger FlĂŒchtlingszahlen.

Vom Tisch ist die Idee Wegner zufolge aber noch nicht. "Die ErklĂ€rung einer Notlage ist weiterhin nicht ausgeschlossen. Wir mĂŒssen die Situation weiter prĂŒfen."

@ dpa.de