DIHK, US-Zollpolitik

DIHK: US-Zollpolitik trifft deutsche Wirtschaft schon mit voller Wucht

25.07.2025 - 10:05:23

Die verschÀrfte US-Zollpolitik trifft die deutsche Wirtschaft aus Sicht der Deutschen Industrie- und Handelskammer schon jetzt mit voller Wucht.

"Die Belastungen dĂŒrften sich in den kommenden Wochen noch weiter verschĂ€rfen", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Mit Blick auf ExporteinbrĂŒche in die USA seit der AnkĂŒndigung neuer US-Zölle Anfang April sprach Treier von einem deutlichen Alarmsignal. "Sollte die Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik weiter anhalten, drohen der deutschen Industrie monatliche Exporteinbußen von bis zu einer Milliarde Euro."

Besonders im Fokus stĂŒnden neben der Automobilbranche jene Industrien, die direkt oder indirekt von den 50-prozentigen Zöllen auf Stahl und Aluminium betroffen sind. "Die Maßnahme greift tief in die industriellen Lieferketten ein - Maschinenbau, Möbelhersteller, Produzenten von FitnessgerĂ€ten oder Werkzeugen: Viele dieser Produkte enthalten Stahl und Aluminium und geraten dadurch ins Visier der Handelspolitik."

Viel auf dem Spiel

Bis zum 1. August, dem Stichtag fĂŒr eine mögliche Erhöhung des Basiszollsatzes auf 30 Prozent, stehe fĂŒr zahlreiche Branchen viel auf dem Spiel, so Treier. "Es geht um VerlĂ€sslichkeit, MarktzugĂ€nge und den wirtschaftlichen Spielraum vieler Betriebe."

Die EU und die USA versuchen in diesen Tagen, eine weitere Eskalation im Zollkonflikt zwischen den beiden HandelsmĂ€chten zu verhindern. Vor rund zwei Wochen hatte US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigt, dass er ab dem 1. August neue hohe Zölle einfĂŒhren will und die EU vor Gegenmaßnahmen gewarnt.

Seit dem 9. April gilt ein "Basiszoll" fĂŒr EU-Importe in Höhe von 10 Prozent. Auf Stahl- und Aluminiumerzeugnisse gilt laut DIHK seit dem 12. MĂ€rz ein sektoraler Zollsatz von 25 Prozent, der am 4. Juni auf 50 Prozent erhöht wurde. Weitere Zölle in Höhe von 25 Prozent gelten seit dem 3. April auf Autos und seit dem 3. Mai auf ausgewĂ€hlte Autokomponenten.

Ausgang offen

"Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist der ideale Ausgang des aktuellen Zollstreits klar: ein umfassendes Abkommen, das wechselseitige Zölle in allen Wirtschaftsbereichen vollstĂ€ndig abschafft", so Treier. "Gleichzeitig gilt: Ein No-Deal-Szenario, also der vollstĂ€ndige Verzicht auf eine Einigung, wĂ€re fĂŒr unsere Wirtschaft hochproblematisch. Wenn auf deutsche Industrieprodukte - etwa aus der Automobilbranche oder dem Maschinenbau - dauerhaft Zölle von 30 Prozent erhoben werden, ist die WettbewerbsfĂ€higkeit im US-Markt kaum zu halten. In vielen Unternehmen wĂ€ren dann extreme UmsatzrĂŒckgĂ€nge oder sogar der Abbau von ArbeitsplĂ€tzen kaum vermeidbar."

@ dpa.de