Polizeigewerkschaft: SchÀrfere Grenzkontrollen nicht lange machbar
19.05.2025 - 06:11:44"Das schaffen wir nur, weil DienstplĂ€ne umgestellt wurden, die Fortbildungen der Einheiten aktuell auf Eis liegen und derzeit der Abbau von Ăberstunden gestoppt ist", sagte der Vorsitzende der Bundespolizei in der GdP, Andreas RoĂkopf, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Klar ist: Die intensiven Kontrollen kann die Polizei nur noch einige Wochen aufrechterhalten." Weit ĂŒber 1.000 Bereitschaftspolizisten seien seit Tagen im Grenzraum im Einsatz.
RoĂkopf stellte klar, dass die Polizeigewerkschaft hinter dem BemĂŒhen der Politik stehe, die "irregulĂ€re Migration nach Deutschland auch mit Grenzkontrollen durch die Bundespolizei zu reduzieren". Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte wenige Stunden nach seinem Amtsantritt eine Intensivierung der Grenzkontrollen verfĂŒgt. Gleichzeitig ordnete er an, dass auch Asylsuchende an der Grenze zurĂŒckgewiesen werden können. Binnen einer Woche stieg dem Minister zufolge die Zahl der ZurĂŒckweisungen um fast die HĂ€lfte.
SPD-Experte spricht von Risiko
FĂŒr den SPD-Innenexperten Lars Castellucci birgt der deutsche Weg auch Gefahren. "Mit verschĂ€rften Grenzkontrollen und unabgestimmten ZurĂŒckweisungen auch von Asylsuchenden gehen wir allerdings ein Risiko ein, dass unsere europĂ€ischen Nachbarn den gemeinsamen Kurs der Asylreform in Europa verlassen und auf nationale MaĂnahmen setzen", sagte Castellucci den Funke-Zeitungen. In der Migration könne Deutschland aber "nur gemeinsam mit unseren Nachbarn erfolgreich sein".
Der Innenexperte der Union im Bundestag, Alexander Throm, entgegnete, die Grenzkontrollen zeigten Wirkung. "Deutschland ist nicht mehr der Magnet fĂŒr Migration in Europa. Ein solches Signal einer restriktiveren Migrationspolitik in Deutschland haben sich unsere europĂ€ischen Nachbarn seit vielen Jahren erhofft", sagte der CDU-Politiker.

