ROUNDUP, EZB-Zinssenkung

EZB-Zinssenkung lÀsst weiter auf sich warten

07.03.2024 - 14:29:47

Die von der Wirtschaft ersehnte Zinssenkung im Euroraum lÀsst weiter auf sich warten.

Vorerst bleibt der Leitzins, zu dem sich Banken im Euroraum frisches Geld bei der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) besorgen können, unverĂ€ndert bei 4,5 Prozent. Das entschied der Rat der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. Der Einlagenzins, den Banken fĂŒr geparkte Gelder erhalten, betrĂ€gt weiterhin 4,0 Prozent. Damit lĂ€sst die EZB die Leitzinsen im WĂ€hrungsraum der 20 Staaten zum vierten Mal in Folge unverĂ€ndert.

Der Kurs des Euro fiel zum US-Dollar dennoch leicht. So senkte die EZB ihre Inflationserwartungen fĂŒr 2024 und 2025.

Im Juli 2022 hatte die EZB die Jahre der Null- und Negativzinsen beendet, um die zeitweise auf Rekordhöhe gekletterte Inflation in den Griff zu bekommen. Zehnmal in Folge schraubte die Notenbank die Zinsen nach oben. Dass Kredite damit mehr kosten, kann die Nachfrage bremsen und hohen Inflationsraten entgegenwirken. Teurere Finanzierungen sind aber zugleich eine Last fĂŒr Unternehmen und private Investoren. Angesichts schwĂ€chelnder Konjunktur mehren sich Forderungen, die Zinsen wieder zu senken.

Inflation auf dem RĂŒckzug

Zudem zeigte bei der Inflationsrate sowohl im Euroraum als auch in Europas grĂ¶ĂŸter Volkswirtschaft Deutschland der Trend zuletzt nach unten. Im Euroraum lagen die Verbraucherpreise im Februar 2024 um 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. In Deutschland erreichte die jĂ€hrliche Teuerungsrate im Februar nach vorlĂ€ufigen Daten mit 2,5 Prozent den niedrigsten Stand seit Juni 2021.

Insgesamt bewegt sich die Preisentwicklung somit in Richtung des EZB-Ziels von mittelfristig zwei Prozent. Bei diesem Wert sehen die WĂ€hrungshĂŒter PreisstabilitĂ€t gewĂ€hrleistet. Höhere Teuerungsraten schmĂ€lern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Sie können sich dann fĂŒr einen Euro weniger leisten.

Zinssenkung der EZB erwartet

Volkswirte rechnen damit, dass die EZB im laufenden Jahr die Zinsen senken wird. Auf einen genauen Zeitpunkt wollten sich die WĂ€hrungshĂŒter aber bislang nicht festlegen. FĂŒhrende Notenbanker warnten in den vergangenen Wochen davor, voreilig den Sieg ĂŒber die Inflation auszurufen. "Auch wenn die Versuchung groß sein mag: FĂŒr Zinssenkungen ist es zu frĂŒh", sagte Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel bei der Bilanzvorlage der Bundesbank am 23. Februar. Die Inflation sei zwar auf dem RĂŒckzug, aber noch sei das Ziel nicht erreicht.

EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde bekrĂ€ftigte in einer Rede vor dem Europaparlament Anfang vergangener Woche frĂŒhere EinschĂ€tzungen, wonach sich der Prozess rĂŒcklĂ€ufiger Inflationsraten fortsetzen dĂŒrfte. Lagarde betonte jedoch: Der EZB-Rat mĂŒsse fĂŒr KursĂ€nderungen zunĂ€chst zuversichtlich sein, dass das Inflationsziel der Notenbank nachhaltig erreicht werde.

@ dpa.de