OECD, Deutschland

OECD sieht Deutschland 2025 als Schlusslicht bei Wachstum

04.12.2024 - 11:12:35

Die Weltwirtschaft zeigt sich trotz Kriegen und Krisen robust. Deutschland hinkt im neuen Konjunkturausblick der Industriestaatenorganisation OECD hinterher. Aber ein Aufschwung zeichnet sich ab.

  • Ab 2025 sagt die OECD auch fĂŒr Deutschland wieder ein verhaltenes Wachstum voraus (Archivbild). - Foto: Friedemann Kohler/dpa

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  • OECD-GeneralsekretĂ€r Cormann sieht die Weltwirtschaft vor Herausforderungen und Unsicherheiten (Archivbild). - Foto: Britta Pedersen/dpa

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Ab 2025 sagt die OECD auch fĂŒr Deutschland wieder ein verhaltenes Wachstum voraus (Archivbild). - Foto: Friedemann Kohler/dpaOECD-GeneralsekretĂ€r Cormann sieht die Weltwirtschaft vor Herausforderungen und Unsicherheiten (Archivbild). - Foto: Britta Pedersen/dpa

Deutschland wird beim Wirtschaftswachstum nach einer Prognose der OECD im kommenden Jahr das Schlusslicht unter den IndustrielĂ€ndern sein. FĂŒr 2025 werde fĂŒr Deutschland ein Wachstum von lediglich 0,7 Prozent erwartet, teilte die Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mit. 2026 allerdings wird dann mit einem Wachstum von 1,2 Prozent gerechnet.

Die Industriestaaten-Organisation korrigierte ihre Vorhersage fĂŒr das deutsche Wirtschaftswachstum damit abermals nach unten. Bereits im September hatte die OECD ihre Prognose fĂŒr Deutschland leicht gesenkt und fĂŒr 2025 ein Konjunkturplus von damals noch 1,0 Prozent vorhergesagt. FĂŒr das zu Ende gehende Jahr rechnen die OECD-Wirtschaftsexperten mit einer Stagnation in Deutschland. Die Bundesregierung erwartet ein leichtes Schrumpfen der Wirtschaft.

Schwaches China-GeschÀft bremst deutsche Wirtschaft

Als einen Grund fĂŒr die schwache Wirtschaftslage nannte die OECD-Wirtschaftsexpertin Isabell Koske den schwachen Export nach China, womit Deutschland stĂ€rkere Handelsverflechtungen habe als andere LĂ€nder. Außerdem mache der deutschen Industrie auch die Konkurrenz chinesischer Hersteller zu schaffen, gerade im Automobilsektor, sagte Koske der Nachrichtenagentur dpa in Paris. 

Nach der aktuellen GeschĂ€ftsklimaumfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) blicken deutsche Firmen in China wegen der Wirtschaftsprobleme im Land und zahlreicher HĂŒrden so pessimistisch wie noch nie in die nĂ€here Zukunft. Nur knapp ein Drittel der befragten Unternehmen erwartet demnach positive Entwicklungen fĂŒr ihre Branche in der Volksrepublik fĂŒr das kommende Jahr - ein historischer Tiefstand.

Schuldenbremse hemmt Wachstum

Ein weiterer Grund fĂŒr das schwache Wachstum in Deutschland sei die im Vergleich zu anderen EU-LĂ€ndern restriktivere Fiskalpolitik in Deutschland mit der Wiedereinsetzung der Schuldenbremse, sagte Koske. Allerdings habe dies zuletzt auch zu einem starken RĂŒckgang der Inflation beigetragen. Unsicherheiten ĂŒber die Finanzierung und Umsetzung einer klimafreundlicheren Produktion hĂ€tten das Vertrauen von Investoren und Verbrauchern in Deutschland zusĂ€tzlich gedrĂŒckt, ebenso wie die politischen Unsicherheiten angesichts einer vorgezogenen Bundestagswahl.

Einer kĂŒnftigen Regierung riet die OECD-Expertin, Klarheit zu schaffen bei der Finanzierung und der Umsetzung der grĂŒnen Transformation. Die OECD sei fĂŒr eine Reform der Schuldenbremse, um mehr Raum fĂŒr Investitionen zu schaffen. Zur Finanzierung der Transformation könne auch das Streichen von umweltschĂ€dlichen Subventionen beitragen, wie etwa das Dienstwagenprivileg oder der Dieselsubvention, sagte Koske.

Weltweit robuste Konjunktur

Weltweit erwartet die OECD im kommenden Jahr und auch 2026 ein Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent, wobei die Aussichten je nach Region sehr unterschiedlich sind. Im Euroraum wird nur mit einem Plus von 1,3 Prozent beziehungsweise 1,5 Prozent gerechnet. FĂŒr die USA wird dagegen ein Wachstum von 2,8 Prozent im kommenden Jahr prognostiziert, bevor es sich auf 2,4 Prozent im Jahr 2026 abschwĂ€cht. In China wird 2025 ein Anstieg von 4,7 Prozent und 2026 von 4,4 Prozent vorhergesagt.

«Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfĂ€hig erwiesen. Die Inflation ist weiter zurĂŒckgegangen und hat sich den Zielen der Zentralbanken angenĂ€hert, wĂ€hrend das Wachstum stabil geblieben ist», sagte OECD-GeneralsekretĂ€r Mathias Cormann. Allerdings gebe es anhaltende Unsicherheiten. Eine VerschĂ€rfung der Konflikte im Nahen Osten könnte die EnergiemĂ€rkte stören und Vertrauen und Wachstum beeintrĂ€chtigen. Zunehmende Handelsspannungen könnten das Wachstum beeintrĂ€chtigen. 

Auch Wachstumsschub möglich

Andererseits sei auch ein Wachstumsschub denkbar, wenn sich die Kaufkraft schneller als erwartet erhole und sich das Verbrauchervertrauen verbessere, erklĂ€rte die OECD. Eine baldige Lösung der großen geopolitischen Konflikte könnte ebenfalls die Stimmung verbessern und die Energiepreise senken.

Die in Paris ansĂ€ssige Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vereint LĂ€nder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Mittlerweile sind neben großen Volkswirtschaften wie Deutschland, den USA und Japan auch SchwellenlĂ€nder wie Mexiko und Chile Mitglied.

@ dpa.de