Nachbesserungen, EU-Lieferkettengesetz

Wirtschaft fordert Nachbesserungen am EU-Lieferkettengesetz

13.02.2024 - 04:24:00

Die WirtschaftsverbĂ€nde betonen, die EU-Lieferkettenrichtlinie sei in der Praxis fĂŒr europĂ€ische Unternehmen «schlicht nicht umsetzbar». Sie appellieren an die Bundesregierung und weitere EU-Staaten.

Eine Allianz aus WirtschaftsverbĂ€nden hat Nachbesserungen am EU-Lieferkettengesetz gefordert. Die VerbĂ€nde sprechen sich grundsĂ€tzlich fĂŒr eine EU-weite Regelung zum Schutz von Menschenrechten aus - lehnen den aktuellen Entwurf aber wegen «grober handwerklicher MĂ€ngel» ab.

Insbesondere der Mittelstand werde durch die geplanten Regelungen bei Weitem ĂŒberlastet. Die Mitteilung von Dienstag stammt von acht VerbĂ€nden, darunter dem Außenhandelsverband BGA, Gesamtmetall, der Stiftung Familienunternehmen und Politik und dem Chemieverband VCI.

Mit einer deutschen Enthaltung infolge einer Uneinigkeit in der Ampel-Koalition könnte das gesamte EU-Lieferkettengesetz scheitern. Da sich unter den Mitgliedstaaten keine Mehrheit abzeichnet, wurde eine geplante Abstimmung verschoben. 

VerbÀnde appellieren an Bundesregierung

Durch das EU-Lieferkettengesetz sollen große Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie etwa von Kinder- oder Zwangsarbeit außerhalb der Union profitieren oder durch ihre Produktion dort UmweltschĂ€den verursacht werden. In Deutschland gilt seit 2023 ein nationales Lieferkettengesetz.

Die WirtschaftsverbĂ€nde betonten, die EU-Lieferkettenrichtlinie verfolge zwar ein richtiges und wichtiges Ziel, sei aber in der Praxis fĂŒr europĂ€ische Unternehmen «schlicht nicht umsetzbar». Die VerbĂ€nde appellieren an die Bundesregierung und weitere EU-Staaten, bei ihrer Position der Enthaltung zu bleiben. Ziel mĂŒsse es sein, einen Gesetzesvorschlag zu prĂ€sentieren, der in der Praxis auch funktioniere und den Schutz von Menschenrechten sowie die berechtigten Interessen der Unternehmen vereine. 

Die VerbĂ€nde sprachen von schweren handwerklichen MĂ€ngeln in der jetzt zur Abstimmung stehenden EU-Lieferkettenrichtlinie. Dies könnte dazu fĂŒhren, dass deutsche und europĂ€ische Unternehmen sich aus MĂ€rkten und LĂ€ndern zurĂŒckziehen. «Dann wĂ€re das Feld offen fĂŒr andere Marktteilnehmer mit deutlich geringeren Standards. Damit wĂŒrde dem eigentlichen Ziel der EU-Lieferkettenrichtlinie ein BĂ€rendienst erwiesen.» Nötig sei eine Regulierung mit mehr Praxisbezug und Augenmaß.

@ dpa.de