Wirtschaftsweise Schnitzer kritisiert Renten-PlÀne des Bundes
11.03.2024 - 06:21:47Mit den jetzt vorgeschlagenen Reformen halte die Bundesregierung am Renteneintrittsalter fest und zementiere den weiteren Anstieg der Renten mit der Lohnentwicklung, sagte Schnitzer der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Dadurch belasten sie vor allem die junge Generation."
Schnitzer ist Vorsitzende des SachverstĂ€ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Bundesregierung berĂ€t. Sie fordert, die Menschen in Deutschland mĂŒssten lĂ€nger arbeiten und mehr fĂŒrs Alter sparen. Gleichzeitig könnten die Renten nicht mehr so stark wie bisher erhöht werden. "Das ist der Dreiklang. Wenn wir an allen drei Stellschrauben drehen, können wir die Rente sichern, ohne gleichzeitig die junge Generation zu stark zu belasten", sagte Schnitzer der Zeitung.
Zudem sprach sich die Wirtschaftswissenschaftlerin von der MĂŒnchner Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t dafĂŒr aus, dass Beitragszahler einen Teil der RentenbeitrĂ€ge selbst am Kapitalmarkt investieren, etwa in Aktien. "Damit wĂŒrden sie eigene RentenansprĂŒche erwerben, mit hohen Renditen."
Die Bundesregierung hatte zuvor angekĂŒndigt, einen Teil der Renten kĂŒnftig auch mit Hilfe des Kapitalmarktes finanzieren zu wollen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte zudem mitgeteilt, dass er statt auf eine weitere Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ĂŒber 67 hinaus auf flexiblere ĂbergĂ€nge in den Ruhestand setzen will. Mit finanziellen Anreizen soll zudem ein freiwilliges lĂ€ngeres Arbeiten im Alter gefördert werden. Konkrete VorschlĂ€ge werde es im Sommer geben, kĂŒndigte Heil an.

