Deutschland, Wohnen

Studenten-Mieten auf Rekordhoch – Erstmals über 500 Euro

18.09.2025 - 06:00:44

Die Wohnkosten für Studierende steigen schneller als die Lebenshaltungskosten. Wenn das Geld der Eltern entscheidet, ob ein Studium möglich ist, wird es aus Sicht von Experten problematisch.

Die Wohnungsnot und immer höhere Mieten machen auch den Studentinnen und Studenten zu schaffen – erstmals überschreiten ihre Wohnkosten im Durchschnitt die symbolische 500-Euro-Marke. Zu Beginn des Wintersemesters lagen ihre Mieten durchschnittlich bei 505 Euro monatlich, wie aktuelle Zahlen des Moses Mendelssohn Instituts zeigen. 

Dabei gibt es riesige regionale Unterschiede. Während Studierende in Bayern (603 Euro), Hamburg (620) und Berlin (650) am meisten zahlen, liegen die Durchschnittskosten in Sachsen-Anhalt (350), Thüringen (362) und Sachsen (377) viel tiefer.

Die Spreizung ist bedenklich, sagt Projektleiter Stefan Brauckmann. «Problematisch wird es, wenn der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, ob ein Studium am gewünschten Ort möglich ist.» 

BAföG müsse ausgeweitet werden

Er forderte, die staatliche Ausbildungsunterstützung BAföG zu erhöhen und damit «an die Realität anzupassen». Der Kreis der Anspruchsberechtigten müsse erweitert werden, sagte er. Außerdem solle das Bundesprogramm «Junges Wohnen» fortgeführt und erweitert werden.

In die Analyse wurden alle 88 Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studentinnen und Studenten einbezogen. Die nun ermittelten durchschnittlichen Wohnkosten von 505 Euro bedeuten im Vergleich zum Sommersemester (493 Euro) eine Steigerung um 2,4 Prozent. Gegenüber dem Wintersemester davor sind es 3,3 Prozent. 

Mieten steigen schneller als Lebenshaltungskosten

Die Wohnkostenpauschale im BAföG beträgt 380 Euro. Doch laut dem Institut liegen die durchschnittlichen Mieten bereits in 70 von 88 Städten darüber.

Annegret Mülbaier von WG-Gesucht.de, das als Kooperationspartner die Erhebung unterstützt, berichtete, die Mietpreise für WG-Zimmer seien seit 2020 um rund 21 Prozent gestiegen – spürbar schneller als die allgemeinen Lebenshaltungskosten. «Wenn Studierende zwei Nebenjobs brauchen, nur um ihre Miete zu bezahlen, bleibt fürs eigentliche Studium kaum noch Zeit.» Im Wintersemester 2024/2025 waren rund 2,86 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Interhyp erwartet keinen großen Immobilienaufschwung. Der Immobilienmarkt hat sein Tief überwunden, aber ein großer Aufschwung ist nicht in Sicht. Der Kauf von Haus oder Wohnung ist für viele Menschen die größte finanzielle Verpflichtung ihres Lebens. (Wirtschaft, 30.01.2026 - 14:19) weiterlesen...

Diskriminierung bei der Wohnungssuche: Makler muss zahlen. Dabei steckt hinter den Anfragen dieselbe Interessentin. Der Makler schuldet ihr laut höchstem Zivilgericht 3.000 Euro. «Frau Schneider» wird zur Wohnungsbesichtigung eingeladen, «Frau Waseem» nicht. (Unterhaltung, 29.01.2026 - 12:01) weiterlesen...

BGH: Makler haftet für Diskriminierung bei der Wohnungssuche. Nun muss der Makler 3.000 Euro Entschädigung zahlen, sagt das höchste deutsche Zivilgericht. Eine Frau bekommt wegen ihres ausländischen Namens keine Wohnungsbesichtigung. (Unterhaltung, 29.01.2026 - 09:51) weiterlesen...

Wegen des Namens bei Wohnungssuche abgelehnt? BGH urteilt. Dabei steckte hinter den Anfragen dieselbe Mietinteressentin. «Frau Schneider» wurde zur Wohnungsbesichtigung eingeladen, «Frau Waseem» bekam eine Absage. (Unterhaltung, 29.01.2026 - 05:00) weiterlesen...

BGH-Urteil: Horrende Aufschläge bei Untervermietung verboten. Kein Einzelfall - zum Leid vieler auf dem Wohnungsmarkt. Der Bundesgerichtshof hat das nun untersagt. Ein Berliner Mieter kassierte 962 Euro Untermiete, zahlte selbst aber nicht mal halb so viel. (Politik, 28.01.2026 - 14:51) weiterlesen...

BGH untersagt «gewinnbringende» Untervermietung. Wegen des Berliner Falls ist nun eine offene Frage im Mietrecht höchstrichterlich geklärt. Die Untermiete war mehr als doppelt so hoch wie seine eigene Miete: Daher kündigte eine Vermieterin dem Mann. (Politik, 28.01.2026 - 12:22) weiterlesen...