EU-Agentur: 513.000 AsylantrÀge im ersten Halbjahr
16.09.2024 - 08:35:03Von Januar bis Ende Juni zÀhlte die Asylagentur der EuropÀischen Union insgesamt 513.000 neue AntrÀge, wie die Behörde an ihrem Sitz auf der Mittelmeerinsel Malta mitteilte. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 bedeutet dies ein Minus von 6.000.
Die Statistik umfasst die Zahlen aus allen EU-Staaten sowie Norwegen und der Schweiz, die beide nicht zur Union gehören. Die meisten AntrĂ€ge aller 29 Staaten wurden wieder in Deutschland registriert: 124.000, also fast ein Viertel der Gesamtzahl. Allerdings gingen der EU-Agentur zufolge bei den deutschen Behörden etwa 30.000 AntrĂ€ge weniger ein als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. FĂŒrs gesamte Gebiet rechnet die EUAA (European Union Agency for Asylum) bis zum Jahresende wieder mit mehr als einer Million AntrĂ€gen.
Meiste AntrÀge aus Syrien und Afghanistan
Die meisten Asylsuchenden kamen nach Angaben der Agentur abermals aus dem BĂŒrgerkriegsland Syrien (71.000, ein Plus von sieben Prozent), gefolgt von Afghanistan (45.000, -18%). Aus Venezuela stellten 37.000 Menschen einen Antrag - fast alle davon in Spanien. Nicht eingerechnet sind bei diesen Zahlen etwa 4,5 Millionen Menschen aus der Ukraine, die infolge des russischen Angriffskriegs Zuflucht in der EU gesucht haben und temporĂ€ren Schutz bekamen.
Die Zahlen fĂŒr Deutschland unterscheiden sich geringfĂŒgig von Angaben des zustĂ€ndigen Bundesamts in NĂŒrnberg. Im EU-weiten Vergleich lag Spanien im ersten Halbjahr bei den absoluten Zahlen auf dem zweiten Platz mit 88.000 AntrĂ€gen, einem nahezu stabilen Wert. Auf Platz drei folgte knapp dahinter Italien mit 85.000 AntrĂ€gen, einem deutlichen Plus von etwa einem Drittel. Pro Kopf der Bevölkerung hat das kleine Zypern die meisten AntrĂ€ge (insgesamt 4.900). Die Zahlen aus GroĂbritannien, das nicht mehr zur EU gehört, sind in der Statistik nicht berĂŒcksichtigt.
Anerkennungsquote bei 46 Prozent
Im Vergleich zu frĂŒheren Jahren wurden deutlich mehr AntrĂ€ge bewilligt. Die sogenannte Anerkennungsquote in erster Instanz lag demnach bei 46 Prozent. Der Umgang mit Migranten, die nach Europa wollen, gehört seit Jahrzehnten zu den groĂen Streitthemen der europĂ€ischen Politik. Ende vergangenen Jahres beschloss die EU eine weitreichende Reform ihres gemeinsamen Asylsystems mit erheblichen VerschĂ€rfungen fĂŒr illegale Einwanderer. KĂŒnftig sollen Menschen, die kaum Chancen auf Anerkennung haben, beschleunigte Verfahren an den EU-AuĂengrenzen durchlaufen.

