Statistik: Insolvenzen auf Vor-Corona-Niveau gestiegen
12.04.2024 - 08:50:53Nach vorlĂ€ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes haben in dem Monat 12,3 Prozent mehr Unternehmen die ZahlungsunfĂ€higkeit angezeigt als ein Jahr zuvor. Im Februar hatte die vorlĂ€ufige Steigerungsrate 18,1 Prozent betragen, und im Januar waren es mit 1622 offiziell registrierten FĂ€llen sogar 27,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Forderungen der GlĂ€ubiger bezifferten die Amtsgerichte fĂŒr Januar auf 3,5 Milliarden Euro nach 2,3 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, wie das Bundesamt am Freitag in Wiesbaden weiter mitteilte. Es waren also im Durchschnitt gröĂere Unternehmen betroffen.
Die Statistiker wiesen darauf hin, dass trotz des permanent zweistelligen Anstiegs der Firmenpleiten seit Juni 2023 nunmehr erst wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht sei. Die Zahl der Regelinsolvenzen zwischen April 2023 und MĂ€rz 2024 entspreche der des Zeitraums April 2019 bis MĂ€rz 2020. Die Verfahren flieĂen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Der tatsĂ€chliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt oft annĂ€hernd drei Monate davor.
Experten rechnen im laufenden Jahr mit einem weiteren Anstieg auf etwa 20 000 Firmenpleiten. GeschwÀcht von den Corona-Jahren, hohen Energiepreisen und gestiegenen Zinsen geraten immer mehr Unternehmen in Schieflage. Zudem sind Ausnahmeregelungen ausgelaufen, mit denen der Staat versucht hatte, eine Pleitewelle wÀhrend der Pandemie abzuwenden.

