Zahl, Firmenpleiten

Zahl der Firmenpleiten steigt stÀrker als erwartet

09.07.2024 - 06:10:33

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist zuletzt stÀrker gestiegen als von Experten prognostiziert.

Im ersten Halbjahr gerieten 162 Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz in finanzielle Schieflage - ein Plus von 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie eine Analyse der Restrukturierungsberatung Falkensteg fĂŒr das "Handelsblatt" zeigt. Damit ĂŒbersteigt die Zahl der Insolvenzen die von Sanierern zu Jahresbeginn schon erwarteten ZuwĂ€chse von 30 Prozent deutlich. Vor allem Immobilienfirmen, Autozulieferer und Maschinenbauer sind betroffen.

Unter den insolventen Firmen sind prominente Namen wie der Reiseveranstalter FTI, die Warenhauskette Galeria oder die Modefirma Esprit. Angeschlagene Firmen haben auch zunehmend schlechtere Chancen, sich erfolgreich zu sanieren, und mĂŒssen im Insolvenzverfahren endgĂŒltig ihren Betrieb einstellen. Die Analyse von Falkensteg zeigt: Von den 279 betrachteten Firmen, die 2023 Insolvenz anmelden mussten, konnten bis Ende des ersten Halbjahres 2024 nur 35 Prozent gerettet werden - durch einen Verkauf an einen Investor oder weil die GlĂ€ubiger einem Insolvenzplan zugestimmt haben. Im selben Zeitraum vor drei Jahren gelang das noch in 57 Prozent der FĂ€lle. Betriebe geraten verstĂ€rkt in Schieflage, weil sie von den Corona-Jahren geschwĂ€cht sind. Gleichzeitig hat die Inflation zu höheren Energie- und Materialpreisen gefĂŒhrt und die Nachfrage hat sich abgeschwĂ€cht. Standortnachteile im internationalen Wettbewerb wie FachkrĂ€ftemangel, fehlende Rohstoffe und ĂŒberbordende BĂŒrokratie, die von vielen Firmen beklagt werden, verschĂ€rfen die Lage. Unsicherheiten durch globale Krisen und schlechte Konjunkturaussichten in Deutschland machen Sanierungen schwieriger. Dazu kommen hohe Zinsen, die Investitionen in angeschlagene Firmen unattraktiv machen.

@ dts-nachrichtenagentur.de