Immer mehr Visa zu ErwerbstÀtigkeitszwecken
11.01.2025 - 07:35:18Unter den fĂŒnf wichtigen HerkunftslĂ€ndern waren zwischen 2019 und 2023 in jedem Jahr Serbien sowie Bosnien-Herzegowina und in vier von fĂŒnf Jahren Indien und Kosovo. Um das ArbeitskrĂ€fteangebot in Deutschland langfristig konstant zu halten, wĂ€re laut Institut fĂŒr Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (IAB) eine jĂ€hrliche Zuwanderung von 270.000 bis 350.000 auslĂ€ndischen ArbeitskrĂ€ften nötig. Weil innerhalb der EU die ArbeitnehmerfreizĂŒgigkeit gilt, mĂŒssen nur Personen aus Drittstaaten Erwerbsvisa beantragen. Tanja Fendel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IAB nennt die Zahl der im vergangenen Jahr erteilten Visa "sehr erfreulich". Der Anstieg zeige zwar, dass es Deutschland immer besser gelinge, FachkrĂ€fte aus dem auĂereuropĂ€ischen Ausland zu gewinnen, es kĂ€men allerdings bei weitem nicht alle Visumsinhaber auch tatsĂ€chlich nach Deutschland und wĂŒrden am Arbeitsmarkt aktiv, sagte Wido Geis-Thöne, Ăkonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Im Jahr 2023 hĂ€tten nur 71.000 Personen ohne bereits zuvor bestehenden Aufenthaltstitel einen solchen zu Erwerbszwecken erhalten, "obschon 158.000 Personen entsprechende Visa ausgestellt wurden", so Geis-Thöne. GrĂŒnde hierfĂŒr seien die lange Dauer und Intransparenz der Visa-Verfahren. Die Zuwanderung von FachkrĂ€ften aus Drittstaaten halten Ăkonomen fĂŒr zentral, um den Bedarf der Unternehmen zu decken. Laut IW ist das deutsche BeschĂ€ftigungswachstum zwischen 2022 und 2023 zu 62 Prozent auf ArbeitskrĂ€fte aus Nicht-EU-LĂ€ndern und nur zu 14 Prozent auf deutsche ArbeitskrĂ€fte zurĂŒckzufĂŒhren. Andere europĂ€ische LĂ€nder stehen vor Ă€hnlichen Problemen wie Deutschland. Besonders fĂŒr Ostdeutschland seien FachkrĂ€fte aus dem Ausland essenziell, erklĂ€rt das IW und veranschaulicht dies am Beispiel Sachsen: Die Zahl der deutschen Arbeitnehmer sei dort von 2022 auf 2023 um rund 7500 gesunken. Dieser RĂŒckgang sei von etwa 14.800 auslĂ€ndischen ArbeitskrĂ€ften mehr als nur aufgefangen worden - davon stammt die Mehrheit, rund 8700, aus nicht EU-LĂ€ndern.


