Bahn, Milliarde

Deutsche Bahn: Trotz zusÀtzlicher Milliarde kaum mehr gebaut

15.05.2025 - 05:00:00

Die zusĂ€tzlichen Milliarden, die der Bund der Bahn in den vergangenen Jahren zur VerfĂŒgung gestellt hat, haben die Sanierung des Schienennetzes kaum beschleunigt.

Stattdessen haben sie vor allem die Preise der Bau- und Bahnindustrie in die Höhe getrieben, ist das Ergebnis einer Studie des Ifo-Instituts des Bahnexperten Felix Berschin, ĂŒber die der "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe) berichtet. Brisant ist dies vor allem, weil die Bahn aktuell aus dem Infrastruktur-Sondervermögen der Bundesregierung 148 Milliarden Euro fordert - und damit drei Achtel der Gesamtsumme. In der Untersuchung hat sich der Berater mithilfe von Rechenschaftsberichten der Bahn angeschaut, wie viele primĂ€r Investitionen die Bahn bei den Gleisen, Weichen, BrĂŒcken und Oberleitungen zwischen 2006 und 2024 getĂ€tigt hat.

Das Ergebnis: Die verbaute Menge hat zwischen 2011 und 2024 nur um rund 21 Prozent zugenommen. Der Bund und die zustĂ€ndige Bahntochter DB InfraGO haben im vergangenen Jahr aber mehr als vier Mal so viel Geld dafĂŒr investiert wie 2011. "Die Preise beim Schienenbau sind damit fast zweimal so stark gestiegen wie beim Straßenbau", sagte Berschin dem "Tagesspiegel". Das zeige der Vergleich mit entsprechenden Baupreisindizes. Die Kostenexplosion lasse sich somit nicht mit der allgemeinen Inflation bei den Baupreisen nach der Coronakrise und dem Ukrainekrieg begrĂŒnden. Der Branchenexperte hĂ€lt es fĂŒr auffĂ€llig, dass insbesondere der Bau neuer Signaltechnik und BrĂŒcken bereits ab 2018 deutlich teurer wurde. Wegen der intensiven Klimaschutzdebatten begann die Politik damals, der Bahn deutlich mehr Geld zur VerfĂŒgung zu stellen. Bis 2018 seien die Preise beim Bahnbau gegenĂŒber 2010 dagegen nur um 25 Prozent gestiegen. Aus Berschins Sicht spricht einiges dafĂŒr, dass die Bahn- und Bauindustrie die stĂ€rkeren staatlichen Investitionen fĂŒr eine höhere Marge genutzt hĂ€tten - etwa bei der Signaltechnik, bei der es in Deutschland mit Siemens und Hitachi nur zwei große Anbieter gibt.

@ dts-nachrichtenagentur.de