Deutsche Bank steigert Gewinn zum Jahresauftakt
25.04.2024 - 10:51:14 | dpa.de
SparbemĂŒhungen und sprudelnde ErtrĂ€ge im KapitalmarktgeschĂ€ft haben der Deutschen Bank zum Jahresauftakt einen Milliardengewinn beschert. Zugleich rĂŒstet sich Deutschlands gröĂtes Geldhaus fĂŒr weitere RĂŒckschlĂ€ge im Markt fĂŒr Gewerbeimmobilien sowie als Folge der IT-Pannen bei der Postbank. Das Management gehe jedoch davon aus, dass diese Lasten im Laufe des Jahres geringer werden, sagte Finanzvorstand James von Moltke am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.
Der Vorsteuergewinn erhöhte sich in den ersten drei Monaten 2024 im Vergleich zum Vorjahresquartal um zehn Prozent auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro. Unter dem Strich entfiel auf die AktionÀrinnen und AktionÀre des Frankfurter Dax-Konzerns ein Nettogewinn von rund 1,3 Milliarden Euro - ebenfalls zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist. Insgesamt sei dies das «beste Ergebnis seit 2013», bilanzierte Konzernchef Christian Sewing.
Das Vertrauen der Kundschaft mĂŒsse sich die Deutsche Bank allerdings «jeden Tag aufs Neue erarbeiten», um so das Ziel zu erreichen, «mittelfristig an die Spitze der europĂ€ischen Banken zurĂŒckzukehren», schrieb Sewing an die Belegschaft.
Weitere AufrÀumarbeiten bei der Postbank
Kratzer bekommen hat das Image zuletzt durch Pannen bei der zum Konzern gehörenden Postbank. Die Ăbertragung des KundengeschĂ€fts auf die Computersysteme der Deutschen Bank im vergangenen Jahr lief nicht rund. Kunden konnten zeitweise nicht auf ihre Konten zugreifen, Baufinanzierungen verzögerten sich, Menschen mit PfĂ€ndungsschutzkonten kamen zeitweise nicht an dringend notwendiges Geld.Â
Weil sich die Probleme ĂŒber Monate hinzogen, schickte die Finanzaufsicht Bafin dem Institut einen Sonderbeauftragten ins Haus. Ende MĂ€rz 2024 hatte die Bank den RĂŒckstau bei kundenkritischen Prozessen nach eigenen Angaben endlich abgearbeitet. Bei der ServicequalitĂ€t sieht das Geldhaus aber noch Luft nach oben.
Es mĂŒssten bei der Postbank noch einige Dinge «aufgerĂ€umt» werden, sagte Finanzvorstand von Moltke. «Es gibt einige verbleibende nicht kundenspezifische Probleme, die wir im zweiten Quartal bereinigen werden.» Die jĂŒngsten Warnstreiks bei der Postbank im Zuge der laufenden Tarifrunde könnten zudem im Kundenservice erneut zu Verzögerungen gefĂŒhrt haben. Wie viele Postbank-Kunden bislang entschĂ€digt wurden und wie viel Geld dafĂŒr geflossen ist, wollen von Moltke nicht verraten. Insgesamt dĂŒrfte das Chaos bei der Postbank nach seinen Angaben die Deutsche Bank etwa 100 Millionen Euro kosten.
Mehr Vorsorge fĂŒr mögliche RĂŒckschlĂ€ge
Unter anderem fĂŒr die Probleme bei der Postbank sowie mögliche KreditausfĂ€lle im Zuge der Krise an den MĂ€rkten fĂŒr BĂŒro- und Handelsimmobilien insbesondere in den USA legte die Deutsche Bank im ersten Quartal 439 Millionen Euro zurĂŒck und damit 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. FĂŒr das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einer Risikovorsorge in etwa auf Vorjahresniveau, 2023 waren es 1,5 Milliarden Euro.
Bei den Kosten steht der Vorstand auf der Bremse. Erst Anfang Februar hatte Konzernchef Sewing den Abbau von 3500 Jobs bis Ende 2025 angekĂŒndigt. Darin enthalten sind 800 Stellen, deren Wegfall die Bank bereits im vergangenen Jahr bekannt gegeben hatte. Stellen gestrichen werden vor allem in Bereichen, die nicht direkt mit Kunden zu tun haben. Das Vertriebsnetz in Deutschland wird gestrafft, interne Prozesse sollen vereinfacht und automatisiert werden. Die Einsparungen aus «abgeschlossenen EffizienzmaĂnahmen» bezifferte die Bank zum Ende des ersten Quartals auf 1,4 Milliarden Euro.
Der RĂŒckenwind durch die stark gestiegenen Zinsen, von denen die Deutsche Bank wie andere GeldhĂ€user profitiert, hat bereits etwas nachgelassen, wie die Zwischenbilanz fĂŒr das erste Quartal zeigt. Den geringeren ZinsĂŒberschuss konnte Deutschlands gröĂte Geldhaus aber durch steigende Provisionseinnahmen in allen GeschĂ€ftsfeldern wettmachen. Vor allem die Investmentbank mit einem florierenden Anleihe- und WĂ€hrungshandel sorgte dafĂŒr, dass die ErtrĂ€ge - also die gesamten Einnahmen des Konzerns - mit rund 7,8 Milliarden Euro leicht ĂŒber dem Niveau des Vorjahreszeitraums lagen.
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