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Digitaler Produktpass: Batteriepass ab Februar 2027 verpflichtend

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 03:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU startet den Digitalen Produktpass mit Batteriepflicht ab 2027 und reduziert zugleich die Nachhaltigkeitsberichtspflichten um 60 Prozent.

EU-Digitalpass startet: Batterien zuerst, weniger Bürokratie bei Berichten
Digitales Tablet mit Datenvisualisierungen zur Lieferkettentransparenz in einer modernen Industrieanlage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die EU-Koppelt den Digitalen Produktpass mit schlankeren Nachhaltigkeitsberichten. Unternehmen müssen künftig weniger Datenpunkte liefern, aber mehr Transparenz in der Lieferkette schaffen. Das Ziel: weniger Bürokratie, mehr Kontrolle.

Digitaler Produktpass: Batterien starten zuerst

Seit dem 19. Juli 2026 steht das zentrale Register für den Digitalen Produktpass (DPP) bereit. Anfang August folgte eine Testumgebung für die technische Integration. Grundlage ist die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR), die bereits im Sommer 2024 in Kraft trat.

Besonders die Batteriebranche muss sich beeilen: Ab dem 18. Februar 2027 wird der digitale Batteriepass für Industriebatterien über 2 kWh Pflicht. Er soll als zentrale Datenquelle für Betrieb und Recycling dienen. Weitere Branchen wie Elektronik, Textilien und Stahl folgen 2027 und 2028. In der Industrie wächst der Bedarf an geeigneter Asset-Management-Software, um die Datenmengen rechtssicher zu verarbeiten.

Weniger Bürokratie bei Nachhaltigkeitsberichten

Parallel reduziert die EU-Kommission die Berichtspflichten deutlich: Ab dem Geschäftsjahr 2027 sinken die verpflichtenden Datenpunkte der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) um rund 60 Prozent. Statt über 1.000 Angaben müssen Unternehmen nur noch etwa 320 liefern. Die administrativen Kosten sollen dadurch um 30 Prozent sinken.

Die Wirtschaft reagiert bereits: Die durchschnittliche Länge von Nachhaltigkeitsberichten fiel zuletzt von 123 auf 112 Seiten. Rund 60 Prozent der untersuchten Unternehmen kürzten ihre Berichte um durchschnittlich 25 Seiten. Trotzdem bewerten etwa 70 Prozent der Betriebe die verbleibenden Kosten weiterhin als hoch.

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Seit dem 2. August 2026 gelten verschärfte Transparenzregeln für KI-Systeme. Chatbots und Deepfakes müssen KI-generierte Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen. Auch für Hochrisiko-KI wie Credit Scoring gelten neue Vorgaben. Verstöße kosten bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Branchenverbände bemängeln jedoch fehlende Leitlinien für die Umsetzung.

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Schwerindustrie vor doppelter Herausforderung

Die Digitalisierung trifft die Stahlbranche in einer Phase massiver Investitionen: Deutschland fördert die grüne Stahlproduktion mit rund 5,9 Milliarden Euro. Schwerpunkte liegen im Saarland sowie bei Thyssenkrupp und Salzgitter. Trotz der Subventionen erwarten Marktbeobachter einen Rückgang der Primärstahlproduktion. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Dokumentation der CO2-Fußabdrücke über den Produktpass.

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