DiKAp-Förderung: Bundesfamilienministerium fördert digitale Kompetenzen
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die deutsche Wirtschaft kämpft mit Fachkräftemangel, digitalem Wandel und strukturellen Problemen in der Ausbildung. Die IHK Region Stuttgart reagiert mit einem Fachkräfte-Summit am 9. November 2026. Im Fokus stehen Zukunftskompetenzen und Personalentwicklung. Aktuelle Umfragen und Studien zeichnen ein düsteres Bild.
Ausbildungskrise: Jedes dritte Unternehmen kürzt Stellen
Eine Umfrage der IHK Baden-Württemberg unter mehr als 2.100 Betrieben zeigt eine Trendwende. Rund 30 Prozent der Unternehmen im Südwesten planen für 2026 ein reduziertes Angebot an Ausbildungsplätzen – im Vorjahr waren es noch 26 Prozent. Nur 56 Prozent halten ihr Angebot konstant.
Der Hauptgrund: akuter Bewerbermangel. 69 Prozent der Betriebe nennen ihn als Ursache. Gleichzeitig wächst die Skepsis gegenüber der Ausbildungsreife der Schulabgänger. 94 Prozent berichten von Defiziten – besonders bei Belastbarkeit (51 Prozent), mentaler Leistungsfähigkeit (45 Prozent) und Mathematik (40 Prozent). BWIHK-Vizepräsident Paal kritisiert geplante Kürzungen bei der Berufsorientierung und fordert mehr Praxis an Schulen.
Ein ähnliches Bild in der Region Leipzig: Auch dort reduziert ein Drittel der Unternehmen das Lehrstellenangebot. 39 Prozent der Plätze bleiben unbesetzt. In Dortmund sieht es anders aus: Die IHK verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 einen Zuwachs von 14,7 Prozent bei neuen Ausbildungsverträgen – kämpft aber mit fehlenden Gewerbeflächen.
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KI-Kompetenz: Große Lücke zwischen Nutzung und Schulung
Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsalltag rasant. Laut TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 nutzen bereits 56 Prozent der Unternehmen generative KI. Doch die systematische Qualifizierung hinkt hinterher: Nur 27 Prozent haben ihre Mitarbeiter gezielt im Umgang mit KI geschult. Obwohl 87 Prozent Weiterbildung als wichtig einstufen, haben lediglich 29 Prozent eine schriftliche Strategie.
In der Ausbildung ist KI dagegen schon fester verankert. Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus dem Herbst 2025 zeigt: Fast die Hälfte der Ausbildungsbetriebe setzt KI ein. Rund 75 Prozent der Ausbilder vermitteln entsprechende Themen – mehr als die Hälfte thematisiert den kritischen Umgang mit KI-Inhalten. Defizite gibt es bei der Kooperation zwischen Betrieben und Berufsschulen: Nur 21 Prozent stimmen sich ab.
Neue Förderung: Bundesfamilienministerium startet „DiKAp“
Um digitale Kompetenzen vor allem bei Geringqualifizierten zu stärken, hat das Bundesfamilienministerium am 22. Juli die Förderrichtlinie „DiKAp“ veröffentlicht. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) setzt das Programm um und fördert Projekte bis 2030. Unternehmen und Institutionen können bis Ende September Projektskizzen einreichen. Hintergrund: Geringqualifizierte nehmen deutlich seltener an betrieblicher Weiterbildung teil.
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Parallel mahnt die DIHK eine schnelle Umsetzung der Start-up-Strategie von Bundeswirtschaftsministerin Reiche an. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Melnikov fordert weniger Bürokratie und mehr Tempo – für die Innovationskraft am Standort Deutschland.
Klarheit für Unternehmen: Schutzstatus für ukrainische Geflüchtete verlängert
Für Unternehmen, die Geflüchtete aus der Ukraine beschäftigen, wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen präzisiert. Der vorübergehende Schutzstatus gilt nun bis März 2028 – beschlossen vom EU-Rat. Für neue Anträge ist ein Nachweis über die Wehrpflichtprüfung erforderlich. Die visumfreie Einreise bleibt laut IHK Region Stuttgart bis zum 4. Dezember 2026 möglich. Das erleichtert den Zugang zum Arbeitsmarkt weiterhin.
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