DMA-Verstoß, Google

DMA-Verstoß: EU verhängt 890-Millionen-Bußgeld gegen Google

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission belegt Google mit einer Rekordstrafe von 890 Millionen Euro wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act.

EU verhängt 890-Millionen-Euro-Strafe gegen Google wegen DMA-Verstößen
Europäische Flaggen vor einem modernen Bürogebäude als Symbol für regulatorische Eingriffe der EU-Kommission. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission hat gegen Google ein Rekordbußgeld von 890 Millionen Euro verhängt. Grund sind Verstöße gegen den Digital Markets Act (DMA). Die Strafe setzt sich aus zwei Bescheiden zusammen, die unterschiedliche Geschäftsbereiche betreffen.

Eigene Dienste bevorzugt

460 Millionen Euro kassiert Google wegen der Bevorzugung eigener Angebote in der Suchmaschine. Betroffen sind spezialisierte Dienste für Shopping, Hotels, Verkehr, Sport und Flugverbindungen (Google Flights). Die Wettbewerbshüter werfen dem Konzern vor, diese Angebote gegenüber Konkurrenzprodukten unzulässig bevorteilt zu haben.

Weitere 430 Millionen Euro fallen für Verstöße im App-Store „Google Play“ an. Hier soll Google App-Entwickler in ihren Geschäftsmöglichkeiten behindert haben. „Die Maßnahmen dienen dem fairen Wettbewerb auf digitalen Märkten“, sagte EU-Tech-Chefin Henna Virkkunen.

60 Tage Zeit für Nachbesserungen

Google muss innerhalb von 60 Tagen Abhilfe schaffen. Sonst drohen Zwangsgelder von bis zu 5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Der Konzern kritisierte die Entscheidung scharf und warnte vor negativen Folgen für Verbraucher.

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Die Strafe fällt in ein politisch angespanntes Umfeld. Erst am Vortag hatten 25 republikanische Abgeordnete in den USA gefordert, gegen den DMA vorzugehen. In einem Schreiben an Ex-Präsident Trump brachten sie mögliche Zölle nach „Section 301“ ins Spiel.

Handelskonflikt zeichnet sich ab

Die EU-Kommission wies die Vorwürfe einer gezielten Diskriminierung US-Firmen zurück. Branchenanalysten sehen in der Rekordstrafe dennoch ein deutliches Signal: Europa geht entschlossen gegen große Tech-Plattformen vor.

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Parallel dazu genehmigte die Kommission am Mittwoch die Übernahme von Warner durch Paramount – unter strengen Auflagen. Paramount muss seine Beteiligung am Vertriebsunternehmen UIP innerhalb von 13 Monaten beenden. Zehn Jahre lang darf das Unternehmen zudem keine neuen Vertriebsabsprachen mit Universal treffen. In den USA wurde das Vorhaben vorübergehend per Gerichtsbeschluss ausgesetzt.

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