Dormagen auf Solarkurs: Drees & Sommer entwickelt PV-Masterplan fĂŒr 180 stĂ€dtische GebĂ€ude
21.11.2025 - 08:05:00Schulen, RathĂ€user und Gemeindezentren: Ăffentliche GebĂ€ude in Deutschland verfĂŒgen ĂŒber enorme KapazitĂ€ten fĂŒr Photovoltaik, die oft noch ungenutzt bleiben. Einer Analyse zufolge befinden sich bundesweit lediglich 1,1 Prozent aller Solaranlagen auf den DĂ€chern kommunaler GebĂ€ude1. "Auch auf Dormagens DĂ€chern ist das Photovoltaik-Potenzial nochsehrgroĂ. Der PV-Masterplan ist daher ein konsequenter Schritt, um unsere kommunalen Liegenschaften zukunftsfĂ€hig aufzustellen und die Klimaschutzziele der Stadt zu erreichen", betont Dr. Martin Brans, technischer Beigeordnete der Stadt Dormagen.
Die 65.000-Einwohner-Stadt im Rhein-Kreis Neuss treibt bereits seit Jahren den Klimaschutz und den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Erst im Sommer 2025 erhielt Dormagen den Fördermittelbescheid ĂŒber 330.000 Euro fĂŒr Photovoltaikanlagen auf kommunalen DĂ€chern und plant, diese auf einer Sportanlage in Zons, der Stadtbibliothek und zwei Schulen zu installieren. Der Photovoltaik-Masterplan soll weitere Potenziale und Umsetzungswege aufzeigen.
Vom Brandschutz bis zur DachbegrĂŒnung - alles im Blick
"Die Analyse geht weit ĂŒber die rein technische Umsetzbarkeit hinaus", erklĂ€rt Yuri Leon-Dvoryaninov, Verantwortlicher fĂŒr das Projekt bei Drees & Sommer das Vorgehen. "Neben Faktoren wie Standsicherheit, elektrische Infrastruktur, Brandschutz oder Denkmalschutz bewerten wir auch die Kombination von Photovoltaik mit extensiver oder intensiver DachbegrĂŒnung", berichtet der Fachexperte. ZusĂ€tzlich berĂŒcksichtige das Expertenteam Förderprogramme, betriebswirtschaftliche Ziele sowie Anforderungen aus dem GebĂ€udeenergiegesetz (GEG) und der Energy Performance of Buildings Directive, einer EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von GebĂ€uden.
"Unser Ziel ist, eine klare und wirtschaftlich tragfĂ€hige Umsetzungsstrategie fĂŒr die Stadt zu entwickeln. Neben belastbaren Aussagen zu AnlagengröĂen und Investitionskosten liefert sie Informationen zu möglichen Betreibermodellen und der Amortisationszeit", fĂŒhrt Yuri Leon-Dvoryaninov fort. Auch die bereits realisierten Anlagen und GebĂ€ude mit laufenden Photovoltaik-Projekten werden dem Experten zufolge in das Gesamtkonzept integriert. Nach der Auswertung der bestehenden Unterlagen starteten bereits die ersten Vor-Ort-Begehungen und die Analyse der potenziellen DachflĂ€chen.
Mehr Solarstrom, geringere Betriebskosten
In Deutschland machen die Energiekosten rund 30 Prozent der gesamten Betriebsausgaben kommunaler GebĂ€ude aus2, begleitet von hohen CO2-Emissionen. Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen GebĂ€uden, besonders denen mit hohem Tagesverbrauch wie Schulen oder Sporthallen, sind daher auch wirtschaftlichen sinnvoll. "Auf lange Sicht profitieren von dem PV-Masterplan nicht nur die kommunalen Liegenschaften, die den gewonnenen Strom primĂ€r fĂŒr Eigenbedarf nutzen und damit ihre Betriebskosten senken", meint Dr. Martin Brans, technischer Beigeordneter der Stadt Dormagen. Indem der ĂŒberschĂŒssige Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, komme dieser spĂ€ter auch den Einwohnern der Stadt zugute. Insgesamt schĂ€tzt die Stadt das PV-Potential auf Dormagens DĂ€chern - sowohl öffentlichen als auch privaten - auf etwa 225.000 Megawattstunde (MWh) pro Jahr ein.
Die Gesamtergebnisse des Photovoltaik-Masterplans sollen 2026 vorliegen und der Stadt Dormagen als wichtige Entscheidungsgrundlage fĂŒr Investitionen in Photovoltaik-Anlagen dienen. Neben allgemeiner Machbarkeit prĂŒft das Expertenteam im Rahmen des Auftrags auch Speicherlösungen und Mieterstrommodelle. Wie schon in einigen BundeslĂ€ndern besteht auch in Nordrhein-Westfalen seit 2024 eine Solarpflicht fĂŒr alle Neubauten von NichtwohngebĂ€uden. Im Juli vergangenen Jahres wurde diese auf grundlegende Dachsanierungen bei kommunalen und landeseigenen GebĂ€uden ausgeweitet.
Quellen:
1: Viessmann Climate Solutions: Erneuerbare Energien im öffentlichen Sektor
2: Kom.EMS Leitfaden: Energiemanagement in Kommunen. Eine Praxishilfe, S. 60
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