Drohnenabwehr: Brandenburg plant Gesetzesinitiative für private KRITIS-Betreiber
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 22:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Land Brandenburg plant eine Gesetzesinitiative zur privaten Drohnenabwehr an kritischer Infrastruktur. Bislang durften nur Polizei und Bundeswehr unbemannte Flugsysteme bekämpfen.
Eigenständige Abwehrmaßnahmen geplant
Innenminister Jan Redmann (CDU) stellte den Vorstoß am 22. Juli 2026 in Brandenburg an der Havel vor. Energieversorger und andere KRITIS-Betreiber sollen künftig selbstständig technische Abwehrsysteme einsetzen dürfen. Die Ankündigung erfolgte bei einem Besuch des Unternehmens ONBERG Autonomous Systems, einem Joint Venture mit der Heidelberger Druckmaschinen AG.
Die Pläne stoßen jedoch auf Widerstand. Vertreter der Polizeibehörden warnten am 24. Juli vor Kompetenzkonflikten und Risiken im zivilen Raum.
Verfassungsschutz warnt Rüstungsindustrie
Die Dringlichkeit neuer Sicherheitskonzepte wird durch aktuelle Warnungen untermauert. Das Bundesamt für Verfassungsschutz rief Rüstungsunternehmen am 23. Juli zu verstärkter Wachsamkeit auf. Hintergrund ist eine gestiegene Gefahr von Spionage und Sabotageakten. Die Behörde verwies auf versuchte Angriffe gegen Führungskräfte sowie Vorfälle an logistischen Knotenpunkten im europäischen Ausland.
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Großveranstaltungen reagieren bereits. Die Salzburger Festspiele setzen im Sommer 2026 ein Drohnenabwehrsystem ein, das illegale Flugobjekte identifiziert und zur Landung zwingt. Die Technologie kam laut Landespolizeidirektion Salzburg zuvor beim Electric Love Festival zum Einsatz.
Neue Regeln für Drohnenflüge
Der Bundesverband Copter Piloten (BVCP) begrüßte am 24. Juli neue Regelungen für Drohnenflüge in Kontrollzonen deutscher Verkehrsflughäfen. Die Neuerung (NfL 2026-1-3884) sieht vor, dass allgemeine Flugverkehrskontrollfreigaben für festgelegte Bereiche künftig entfallen. Die Deutsche Flugsicherung bereitet eine schrittweise, flughafenspezifische Umsetzung vor.
Versicherungsschutz oft lückenhaft
Branchenexperten beziffern das Marktvolumen für Drohnenabwehrsysteme bis 2025 auf rund zwei Milliarden US-Dollar. Indische Anbieter wie Gridbots entwickeln KI-basierte Tracker, die bis zu 20 Ziele gleichzeitig über 1,5 Kilometer verfolgen können. In der Ukraine wird laut Brigadegeneral Andrij Lebedenko an Laserwaffen gearbeitet, um kostengünstig Shahed-Drohnen abzuwehren.
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Für private Nutzer bleibt die versicherungsrechtliche Lage kompliziert. Eine Analyse vom 24. Juli zeigt: Privathaftpflichtversicherungen decken Drohnenschäden nicht automatisch ab. Besonders Verstöße gegen Flugregeln gefährden den Versicherungsschutz.
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