Drohnenschutz, StörfÀlle

Drohnenschutz: 116 StörfÀlle kosten Airlines 60 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DrohnenvorfĂ€lle verursachten hohe SchĂ€den, wĂ€hrend Bund und LĂ€nder neue Abwehrkonzepte fĂŒr FlughĂ€fen und kritische Infrastruktur vorantrieben.

Drohnenabwehr: Neue SicherheitsplĂ€ne fĂŒr kritische Infrastruktur
Eine leere, weitlÀufige Landebahn bei DÀmmerung mit einem Sicherheitszaun im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

In Anbetracht wachsender Sicherheitsrisiken durch unbemannte Flugsysteme fordert der Deutsche Beamtenbund Nordrhein-Westfalen (dbb NRW), den Drohnenschutz fest in die Sicherheitsplanung fĂŒr Großveranstaltungen zu integrieren. Wie aus Berichten vom 11. September 2026 hervorgeht, setzt sich die Organisation fĂŒr die Benennung fester Ansprechpartner sowie die Erarbeitung dedizierter Evakuierungskonzepte fĂŒr solche Szenarien ein.

Wirtschaftliche SchÀden und steigende Störfallzahlen

Der Beamtenbund untermauert seine Forderungen mit Daten des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Demnach wurden im vergangenen Jahr bundesweit 116 Drohnen-StörfĂ€lle an 25 FlughĂ€fen registriert. Die wirtschaftlichen Folgen dieser VorfĂ€lle sind erheblich: Airlines und Flughafenbetreiber verzeichneten dadurch SchĂ€den in einer Gesamthöhe von mindestens 60 Mio. Euro.

Die Bedrohungslage wird durch aktuelle Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) verdeutlicht. Im laufenden Jahr 2026 wurden bereits ĂŒber 160 mutmaßliche Sabotageakte erfasst.

Ein prominentes Beispiel ist der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle vom 4. August 2026, bei dem eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der NĂ€he einer ukrainischen Frachtmaschine vom Typ Antonov AN-124 entdeckt wurde.

Laut Experten handelt es sich bei dem FluggerĂ€t um einen umgebauten 10-Zoll-Racecopter aus frei erhĂ€ltlichen Komponenten und 3D-Druck-Teilen, der ĂŒber ein Mobilfunkmodul gesteuert wurde.

Politische Initiativen fĂŒr aktive Abwehrmaßnahmen

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Bundesinnenminister Dobrindt hat als Reaktion auf die GefĂ€hrdungslage einen neuen Sicherheitsplan vorgestellt. Dieser sieht vor, dass private Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS), wie etwa Stromanbieter, Wasserwerke oder RĂŒstungsbetriebe, kĂŒnftig Drohnen aktiv abwehren dĂŒrfen.

Die Maßnahmen umfassen unter anderem den Einsatz von Jamming, Spoofing oder physische AbschĂŒsse. Flankierend dazu ist der Aufbau eines sogenannten „Cyberdome“ sowie die Stationierung schnell verlegbarer Einheiten in neun deutschen GroßstĂ€dten geplant, darunter Frankfurt, MĂŒnchen, Berlin und Stuttgart.

Auch auf Landesebene werden die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst. Der brandenburgische Innenminister Jan Redmann kĂŒndigte ein Beleihungsgesetz an, das Betreibern kritischer Infrastrukturen erstmals aktiven Selbstschutz ermöglicht.

Zudem soll ein 360-Grad-Sicherheitszentrum entstehen, das Polizei, Verfassungsschutz und Katastrophenschutz bĂŒndelt. In Baden-WĂŒrttemberg plant Innenminister Manuel Hagel unterdessen die Entwicklung einer eigenen Polizeidrohne und greift dabei auf Expertise aus der Ukraine zurĂŒck.

Herausforderungen bei ZustÀndigkeit und Technik

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Wer fĂŒr die Sicherheit in Unternehmen oder Behörden verantwortlich ist, muss heute auch komplexe hybride Bedrohungen in seine Planung einbeziehen. Kostenlose Vorlagen und Checklisten helfen Verantwortlichen dabei, Zeit zu sparen und rechtliche Risiken bei der Sicherheitsdokumentation zu vermeiden. GefĂ€hrdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen

Trotz der politischen VorstĂ¶ĂŸe bestehen weiterhin operative HĂŒrden. Der nordrhein-westfĂ€lische Innenminister Herbert Reul kritisierte unklare ZustĂ€ndigkeiten zwischen Bundespolizei, Bundeswehr, Bezirksregierungen und Betreibern als potenziell erfolgskritisch. Zwar gĂ€be es in NRW aktuell keine konkreten Hinweise auf geplante AnschlĂ€ge, doch stĂŒnden auslĂ€ndische Dienste und hybride Bedrohungen verstĂ€rkt im Fokus.

Fachleute wie die Expertin Verena Jackson von der UniversitĂ€t der Bundeswehr MĂŒnchen weisen zudem auf die technischen Schwierigkeiten hin. Da moderne Drohnen zunehmend ĂŒber Mobilfunk statt ĂŒber klassische Funkfrequenzen gesteuert werden, greifen herkömmliche Abwehrsysteme kaum. Eine effektive Detektion erfordere komplexe Multisensorsysteme.

Die finanzielle Belastung fĂŒr den Ausbau der Sicherheit ist betrĂ€chtlich. Laut einer umfrage unter den Innenministern der LĂ€nder investiert Hessen etwa 10 Mio. Euro in die Abfangtechnik, wĂ€hrend in Niedersachsen 7,3 Mio. Euro und in Schleswig-Holstein 7 Mio. Euro bereitgestellt werden.

Hans-Walter Borries vom Bundesverband Schutz KRITIS prognostizierte in diesem Zusammenhang eine Vervier- bis Versechsfachung der Sicherheitskosten fĂŒr den Schutz der Infrastruktur.

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