Drohnenvorfall, Hannover

Drohnenvorfall Hannover: Land investiert 4,9 Millionen Euro in Flughafenschutz

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach Drohnenstörung am Flughafen Hannover bietet Niedersachsen 4,9 Mio. Euro für Schutzsysteme. Staatsschutz prüft hybride Angriffe.

Drohnenchaos in Hannover: Land fordert Aufnahme ins Bundeswehr-Abwehrprogramm
Ein nächtlicher Blick auf die Rollbahnen eines Verkehrsflughafens mit beleuchtetem Tower in der Ferne. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach einem schwerwiegenden Drohnenvorfall am Flughafen Hannover-Langenhagen drängt die niedersächsische Landesregierung auf eine rasche Aufnahme des Standorts in das bestehende Drohnen-Abwehrprogramm des Bundes. Das Land signalisierte die Bereitschaft, sich mit erheblichen finanziellen Mitteln an der Sicherung des Betriebsgeländes zu beteiligen.

Massive Störungen im Flugbetrieb nach Drohnensichtung

In der Nacht zum 11. August 2026 kam es am Flughafen Hannover zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Flugverkehrs. Zwischen circa 3:00 Uhr und 5:20 Uhr mussten die Start- und Landebahnen des Flughafens zeitweise vollständig gesperrt werden, nachdem eine Drohne im Sicherheitsbereich gesichtet worden war.

Infolge der Sperrung kam es bei sechs Passagierflügen zu Verspätungen; zudem mussten einzelne Flüge gestrichen werden. Eine aus Paris kommende Frachtmaschine konnte nicht wie geplant landen und musste an einen anderen Flughafen umgeleitet werden. Erst in den frühen Morgenstunden konnte der reguläre Betrieb wieder vollständig aufgenommen werden.

Ermittlungen des Staatsschutzes wegen möglicher hybrider Aktivität

Die Suche nach der Drohne und deren Steuerung gestaltete sich für die Sicherheitskräfte schwierig. Berichten zufolge war die eingesetzte Technik der Bundespolizei sowie der Deutschen Flugsicherung (DFS) nicht in der Lage, das Flugobjekt zu orten. Dies nährt bei den Ermittlern den Verdacht, dass es sich nicht um eine handelsübliche Drohne handelte, sondern um ein technisch modifiziertes Gerät.

Aufgrund der Umstände hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Die zuständigen Behörden nehmen den Vorfall nach Informationen von NDR Info sehr ernst. Ermittler teilten mit, dass eine sogenannte hybride Aktivität zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden könne. Ob ein Zusammenhang mit einem zeitlich nahegelegenen Drohnenfund in Leipzig besteht, ist derzeit noch Gegenstand der polizeilichen Untersuchungen.

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Politische Forderungen und finanzielle Zusagen

Verkehrsminister Tonne und Innenministerin Behrens forderten am 12. August 2026 offiziell die Aufnahme des Flughafens Hannover in das bundesweite Programm zur Drohnenabwehr. Um den Prozess zu beschleunigen, bietet das Land Niedersachsen eine Summe von 4,9 Millionen Euro an. Dieser Betrag soll die Hälfte der notwendigen Investitionen für den Drohnenschutz am Standort Hannover abdecken.

Unterstützung kommt auch von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Niedersachsen. Die Gewerkschaft kritisierte die Unzulänglichkeiten der aktuellen Warngeräte der Bundespolizei und der Flugsicherung. Es bedürfe leistungsfähiger Detektionstechnik, einheitlicher Standards sowie einer klaren Definition der Zuständigkeiten, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.

Auch überregionale Stimmen mahnen Handlungsbedarf an. So forderte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther in einem aktuellen Podcast mehr Kompetenzen für die Bundeswehr bei der Drohnenabwehr an zivilen Flughäfen. Ein Terrorismusexperte der ARD wies zudem darauf hin, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Drohnenabwehr technologisch im Rückstand sei.

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Technische Herausforderungen und Kostenstrukturen

Die technische Sicherung großer Verkehrsflughäfen gilt als komplex und kostspielig. Laut dem Drohnenabwehrexperten Stephan Kraschansky vom Unternehmen Aaronia versagen herkömmliche Abwehrsysteme häufig bei Drohnen, deren Frequenzen manipuliert wurden. Er empfiehlt stattdessen eine Kombination aus breitbandigem Spektrumscannen, Radar und Störsendern.

Die Kosten für die Ausstattung eines großen Verkehrsflughafens mit entsprechenden Sicherheitssystemen werden auf 12 bis 15 Millionen Euro geschätzt. Zudem müsse bei einer Beauftragung mit einer Lieferzeit von etwa sechs Monaten gerechnet werden. Diese Zahlen verdeutlichen den hohen Investitionsbedarf für den Schutz kritischer Infrastrukturen gegen unbefugte Überflüge.

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