DSGVO-Verstöße, Pharma-Websites

DSGVO-Verstöße: 88 Prozent der Pharma-Websites ignorieren Datenschutz

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 05:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Analyse deckt bei 88 Prozent der Pharma-Websites schwere Datenschutzmängel auf. Neue EU-Gesetze erhöhen den Druck auf Unternehmen.

DSGVO-Alarm: Deutsche Pharmakonzerne verletzen Datenschutz massiv
Digitales Vergrößerungsglas über Programmcode auf einem Laptop-Bildschirm als Symbol für Datenschutz-Compliance. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Deutsche Pharmaunternehmen und Großkonzerne haben massive Probleme mit der DSGVO. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Dienstes decareto.

Pharmariesen ignorieren Einwilligungspflicht

Von 25 untersuchten Pharma-Websites wiesen 88 Prozent Datenschutzfehler auf. Besonders gravierend: 22 der 25 Unternehmen setzten technisch nicht notwendige Cookies bereits vor der expliziten Zustimmung der Nutzer. 84 Prozent der Seiten luden zudem externe Dienste vorab – allen voran Google-Dienste, die auf 76 Prozent der untersuchten Präsenzen ohne Einwilligung aktiv wurden.

Betroffen sind Branchengrößen wie Abbott, Bayer, BioNTech und Pfizer. Nur zwei der untersuchten Websites erhielten die Bestnote. Die Ergebnisse decken sich mit Erhebungen von Dury Consult: Rund 80 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verstoßen gegen die DSGVO.

Hauptgrund: Datenschutzbeauftragte werden in interne Prozesse kaum eingebunden. Bei 86 Prozent der Personalprojekte und 79 Prozent der Software-Einführungen fehlt ihre Beteiligung. Nur jedes fünfte Unternehmen führt ein aktuelles Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.

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Dass nur jedes fünfte Unternehmen seine Dokumentationspflichten erfüllt, ist riskant – denn Fehler beim Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten können bis zu 2 % des Jahresumsatzes kosten. Diese kostenlose Excel-Vorlage hilft Ihnen, die gesetzlichen Anforderungen nach Art. 30 DSGVO schnell und rechtssicher umzusetzen. Kostenlose Muster-Vorlage und Anleitung jetzt herunterladen

„Kill the cookie banner“: Kampagne gegen nervige Abfragen

Eine Koalition europäischer Datenschutzorganisationen – darunter noyb, BEUC und EDRi – startete gestern die Kampagne „Kill the cookie banner“. Ihr Ziel: Die ständigen Banner-Abfragen durch eine einmalige Entscheidung in den Browsereinstellungen ersetzen. Genau das sah Artikel 88b der DSGVO ursprünglich vor.

Doch der EU-Rat strich den Passus am 18. Juni im Rahmen des „Digital Omnibus“-Verfahrens. Die Organisationen kritisieren, dass Konzerne wie Google und Meta die Vereinfachung blockieren. Aktuelle Zahlen zeigen: 90 Prozent der Nutzer akzeptieren Cookie-Banner mangels Alternativen – aber nur 3 Prozent wollen tatsächlich getrackt werden. Die Entscheidung liegt nun beim EU-Parlament.

Neuer Rechtsrahmen erhöht Druck auf Unternehmen

Der regulatorische Druck steigt weiter. Ab dem 2. August treten neue Transparenzpflichten des AI Acts in Kraft. Ab dem 11. September folgen Meldepflichten nach dem Cyber Resilience Act. Bereits im Juni verabschiedete der Europäische Datenschutzausschuss eine einheitliche Meldevorlage für Datenschutzverletzungen – die Konsultationsphase endet am 5. August.

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Angesichts steigender Durchsetzungsmaßnahmen und neuer Meldepflichten wird ein transparenter Nachweis der eigenen Aktivitäten für Datenschutzbeauftragte immer wichtiger. Ein datenbasierter Jahresbericht hilft dabei, den Wert der eigenen Arbeit gegenüber dem Management professionell zu belegen und notwendige Budgets zu sichern. Kostenloses E-Book inklusive Excel-Vorlage für den Jahresbericht sichern

Die wirtschaftlichen Risiken sind enorm. 2025 erreichten DSGVO-Bußgelder über 1,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Durchsetzungsmaßnahmen stieg um 34 Prozent. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. VI ZR 97/22) verschärft die Lage zusätzlich: Bereits die bloße Sorge vor Datenmissbrauch nach einem Leck kann für Schadensersatz reichen.

Hosting-Dienstleister reagieren. Cloudways gab gestern bekannt, künftig mit CookieYes zusammenzuarbeiten – mit automatisierten Cookie-Scans und rechtssicheren Einwilligungsprotokollen direkt im Hosting-Dashboard.

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