Probleme im Suez- und Panamakanal - Frachtkosten explodieren
22.02.2024 - 11:31:41Auf der Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer seien in diesem Januar 42 Prozent weniger Schiffe gefahren als zur Hoch-Zeit in der ersten HĂ€lfte des vergangenen Jahres, berichtete die UN-Konferenz fĂŒr Handel und Entwicklung (Unctad) am Donnerstag in Genf. Die Container-Spotpreise von Shanghai in China nach Europa seien von Anfang Dezember bis Ende Januar durchschnittlich um 256 Prozent gestiegen.
Im Roten Meer haben die militant-islamistischen Huthi aus dem Jemen in jĂŒngster Zeit wiederholt Schiffe auf dem wichtigen Seeweg durch den Suezkanal angegriffen. Die Miliz will mit dem Beschuss von Handelsschiffen ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen, die auf das beispiellose Massaker der islamistischen Hamas in Israel am 7. Oktober folgten.
BeeintrÀchtigungen durch Konflikte und tiefe PegelstÀnde
Global sei der Frachttransport auch wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Schwarzen Meer und wegen tiefer WasserpegelstĂ€nde im Panamakanal beeintrĂ€chtigt. Die Unctad warnte vor "potenziell weitreichenden wirtschaftlichen Auswirkungen lĂ€ngerer Störungen im Containerverkehr, die die globalen Lieferketten bedrohen und zu Lieferverzögerungen, höheren Kosten und Inflation fĂŒhren können. Die vollen Auswirkungen der höheren Frachtraten werden die Verbraucher innerhalb eines Jahres zu spĂŒren bekommen."
Der Meerestransport mache 80 Prozent der globalen Frachtbewegungen aus, so die Unctad. Frachtunternehmer mĂŒssten teils lange Umwege in Kauf nehmen, um die KanĂ€le zu meiden. Durch den lĂ€ngeren Transport und höhere Versicherungskosten stiegen die Kosten. Zudem stiegen die Umweltbelastungen durch die lĂ€ngeren Routen und weil KapitĂ€ne schneller fahren, um LieferplĂ€ne möglichst einhalten zu können. Auf der Strecke Singapur in SĂŒdostasien nach Rotterdam in den Niederlanden könnten höherer Spritverbrauch und schnelleres Fahren nach SchĂ€tzungen der Unctad die Treibhausgasemissionen auf einer Hin- und RĂŒckfahrt um 70 Prozent in die Höhe treiben.
"Die zunehmende Ungewissheit und die Umgehung des Suezkanals ĂŒber das Kap der Guten Hoffnung haben sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Kosten zur Folge, die einen zusĂ€tzlichen Druck auf die EntwicklungslĂ€nder ausĂŒben", berichtete die Unctad.

