Forum mit BMW, Apple und Co.: Nutzt China das US-Vakuum?
23.03.2025 - 10:02:04Angesichts wachsender Handelsspannungen mit den USA hat China bei einem Treffen mit Dutzenden Konzern-VorstĂ€nden aus Deutschland und der Welt fĂŒr sich als sicheren Standort geworben. Wegen zunehmender wirtschaftlicher Zersplitterung und Unsicherheit in der Welt sei es fĂŒr jedes Land zwingend, seine MĂ€rkte zu öffnen, sagte MinisterprĂ€sident Li Qiang in Peking. «Eine Entkopplung und Unterbrechung der Lieferketten wird die Krise nur verschlimmern», erklĂ€rte er. Â
Vor VorstĂ€nden wie Tim Cook (Apple), Roland Busch (Siemens), Oliver Zipse (BMW) oder Ola KĂ€llenius (Mercedes-Benz), die in der ersten Reihen neben wichtigen chinesischen Ministern Platz nahmen, betonte Li, dass eine RĂŒckkehr zum «Gesetz des Dschungels» eine «Tragödie fĂŒr die Menschheit» wĂ€re. China habe nichts gegen Wettbewerb, solange dieser regelbasiert ablaufe und nicht dazu diene, andere zurĂŒckzuhalten, sagte Li.
Deutsche CEOs fordern weniger Barrieren
Siemens-Chef Busch erklĂ€rte in einer kurzen Rede, die Weltwirtschaft befinde sich in einem «massiven Umbau». China habe mit Hightech und hoher Effizienz eine Antwort gegeben, woher Wachstum komme, sagte Busch, und verwies auf KĂŒnstliche Intelligenz von Deepseek als Beispiel.Â
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BMW-Chef Zipse betonte angesichts des Drucks durch HandelszwĂ€nge, gegen Protektionismus zu sein. Er verwies auf die Klage des MĂŒnchener Unternehmens gegen die EU im Fall der Zölle BrĂŒssels auf in China hergestellte Elektroautos. Auch Mercedes-Benz-Vorstand KĂ€llenius verwies auf eine solche Klage seines Konzerns. Er betonte, die Ăffnung der MĂ€rkte sei das Rezept fĂŒr Erfolg. In einer Kooperation zwischen Deutschland und China gebe es viel zu gewinnen. Barrieren mĂŒssten abgebaut und Verhandlungslösungen gefunden werden, forderte KĂ€llenius.Â
FĂŒllt China Vakuum der USA?
AuĂerhalb des Konferenzsaals drehte sich in diesem Jahr viel um die Rolle der USA, die unter PrĂ€sident Donald Trump einen Zoll-Streit mit Peking losgetreten haben. Laut Martin Sorrell, CEO der in London ansĂ€ssigen Marketingfirma S4 Capital, machte Li in seiner Rede «ziemlich klar, dass China die LĂŒcke fĂŒllt, die Amerika hinterlĂ€sst». FrĂŒher sei das Forum eher von US-Amerikanern dominiert worden, heute eher von den EuropĂ€ern, sagte Sorrell, der nach eigenen Angaben schon seit Jahren teilnimmt.
Die Veranstaltung, das China Development Forum, ist ein jĂ€hrlich stattfindender Gipfel, bei dem sich Chefs in- und auslĂ€ndischer Firmen in Peking mit chinesischen Spitzenpolitikern sowie VerbĂ€nden und Experten treffen. China ist fĂŒr viele Konzerne ein enorm wichtiger Absatzmarkt, doch eine schwache Nachfrage in der zweitgröĂten Volkswirtschaft der Welt vermieste vielen zuletzt die GeschĂ€fte.


