E-Auto-Förderung, Hersteller

E-Auto-Förderung: Hersteller fahren Rabatte zurĂŒck statt Preise

03.06.2026 - 00:30:14 | boerse-global.de

Die neue E-Auto-KaufprÀmie verpufft teilweise, da Hersteller ihre Rabatte reduzieren. Eine Studie zeigt sinkende NachlÀsse bei steigenden Kosten.

E-Auto-Förderung: Hersteller fahren Rabatte zurĂŒck statt Preise - Bild: ĂŒber boerse-global.de
E-Auto-Förderung: Hersteller fahren Rabatte zurĂŒck statt Preise - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine Studie des Center Automotive Research (CAR) belegt: Die Hersteller nutzen die staatlichen ZuschĂŒsse, um ihre eigenen Rabatte zurĂŒckzufahren. Statt gĂŒnstigerer Preise steigen die tatsĂ€chlichen Kosten fĂŒr viele E-Modelle.

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Hersteller nutzen Förderung als Rabattersatz

Die Bundesregierung hat drei Milliarden Euro fĂŒr den Kauf von bis zu 800.000 Elektrofahrzeugen bereitgestellt. Doch die Wirkung verpufft teilweise. Laut CAR-Daten sank der durchschnittliche Rabatt bei den 20 meistverkauften E-Autos von 19,5 Prozent im Januar auf 18,6 Prozent im Mai 2026. Die Hersteller nutzen die staatliche Förderung schlicht als Ersatz fĂŒr eigene PreisnachlĂ€sse.

Das Problem: Elektroautos bleiben deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner. Im Schnitt liegt der Preisunterschied bei knapp 2.000 Euro – und das vor Abzug der staatlichen PrĂ€mie.

Besonders betroffen sind Volumenmarken wie BYD, Cupra, Hyundai, Opel, Kia und Tesla. Anders sieht es bei den deutschen Premiumherstellern aus: Audi und BMW spĂŒren kaum Auswirkungen. Der Grund: Das Förderprogramm richtet sich gezielt an Haushalte mit niedrigeren und mittleren Einkommen.

Die PrĂ€mie liegt zwischen 1.500 und 6.000 Euro – gestaffelt nach Haushaltseinkommen und FamiliengrĂ¶ĂŸe. Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro jĂ€hrlich.

„Die Förderung ist ein Rohrkrepierer“

Nicht alle in der Branche zeigen sich begeistert. Burkhard Weller, PrĂ€sident des Verbands der AutomobilhĂ€ndler (VAD), nannte das Programm am Dienstag einen „Rohrkrepierer“. Die Maßnahmen hĂ€tten dem Markt keinen echten Schub gegeben. Auch die UnterstĂŒtzung der HĂ€ndler bei den AntrĂ€gen stoße auf wenig Interesse.

Ein VW-Sprecher sieht die aktuelle Nachfrage nach E-MobilitĂ€t ohnehin weniger durch die PrĂ€mie getrieben – sondern durch die steigenden Spritpreise.

Hinzu kommt: Der bĂŒrokratische Aufwand ist enorm. Seit dem Start am 19. Mai mĂŒssen Antragsteller ihre letzten beiden Steuerbescheide einreichen. FĂŒr Arbeitnehmer, die normalerweise keine SteuererklĂ€rung machen, wird das schnell zur HĂŒrde. Auch die zwingende digitale IdentitĂ€t per Bund-ID – mit eID oder Elster-Zugang – schreckt viele ab. Das Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat daher reagiert: AutohĂ€user dĂŒrfen die AntrĂ€ge nun stellvertretend einreichen.

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Erste Zahlen: Wer profitiert wirklich?

Die BAFA-Daten der ersten Woche zeigen: Zwischen dem 19. und 26. Mai gingen 32.911 AntrÀge ein. 91 Prozent entfielen auf reine Batterie-Elektroautos, der Rest auf Plug-in-Hybride. Die Zielgruppe scheint erreicht: 47 Prozent der Antragsteller haben ein Haushaltseinkommen unter 45.000 Euro, 70 Prozent verdienen weniger als 60.000 Euro.

Das HUK-E-Barometer fĂŒr das erste Quartal 2026 bestĂ€tigt einen generellen AufwĂ€rtstrend. Der Anteil der privaten Wechsler zu E-Autos stieg auf 7,5 Prozent – nach 5,5 Prozent im gesamten Jahr 2025. Besonders im MĂ€rz erreichte die Quote mit 8,9 Prozent einen Höchststand. Junge Fahrer unter 40 Jahren legten am stĂ€rksten zu: Ihre Wechselrate hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Ruf nach Förderung fĂŒr Gebrauchtwagen

WĂ€hrend die aktuelle PrĂ€mie nur Neufahrzeuge fördert, fordern VerbĂ€nde wie der ZDK und der VAD, auch den Gebrauchtwagenmarkt einzubeziehen. Subventionierte junge Gebrauchte könnten ein entscheidender Einstieg in die E-MobilitĂ€t sein. Der Markt fĂŒr gebrauchte Stromer boomt bereits: In den ersten Monaten 2026 wurden rund 120.000 Einheiten verkauft – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.

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