E-Rechnung: Luxemburg und Belgien zwingen Unternehmen ab 2028
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 07:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Luxemburg und Belgien treiben die digitale Rechnungsstellung voran. Beide Länder haben im Juli 2026 neue Gesetze auf den Weg gebracht, die Unternehmen zu elektronischen Rechnungen zwingen. Auch Deutschland und Vietnam verschärfen ihre Anforderungen.
Luxemburg setzt auf Peppol-Netzwerk
Luxemburg hat am 17. Juli den Gesetzesentwurf für eine verpflichtende B2B-E-Rechnung verabschiedet. Das Land setzt dabei auf das internationale Peppol-Netzwerk. Die Einführung erfolgt stufenweise: Ab dem 1. Januar 2028 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Die aktive Ausstellungspflicht startet für große und mittlere Unternehmen am 1. Juli 2028, für kleine Unternehmen am 1. Januar 2029. Erlaubte Formate sind Peppol BIS 3.0 oder UN/CEFACT CII.
Belgien führt doppelseitiges Meldeverfahren ein
Der belgische Ministerrat hat am 23. Juli einem Entwurf für verpflichtendes Mehrwertsteuer-E-Reporting zugestimmt. Das System sieht ein doppelseitiges Meldeverfahren vor: Sowohl Lieferanten als auch Kunden übermitteln Rechnungsdaten. Geplanter Start ist der 1. Januar 2028. Die bisherige jährliche Kundenliste entfällt damit.
Deutschland schafft Papierbonpflicht ab
Das Bundesfinanzministerium treibt die Digitalisierung am Point of Sale voran. Ein aktueller Gesetzentwurf sieht vor, die Pflicht zur Ausgabe von Papierbelegen zum 1. Januar 2028 abzuschaffen. Stattdessen sollen digitale Belege per QR-Code ausgegeben werden. Kunden behalten jedoch das Recht auf eine Papierquittung.
Ab 2028 müssen zudem alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100.000 Euro elektronische Registrierkassen mit zertifizierter Sicherheitseinrichtung nutzen.
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Parallel arbeitet das BMF an einer Reform der Einfuhrumsatzsteuer. Ein im Juni vorgestelltes Eckpunktepapier sieht ein neues Verrechnungsmodell vor: Vorsteuerabzugsberechtigte Importeure können die Zahlung der EUSt direkt mit dem Vorsteuerabzug in der Umsatzsteuer-Voranmeldung verrechnen. Das freiwillige Modell zielt auf ein Nullsummenspiel ab und soll die Liquidität der Unternehmen schonen.
Vietnam verschärft E-Rechnungspflicht
In Vietnam sind zum 1. Juli vier neue Steuerdekrete in Kraft getreten. Das Dekret 254/2026 modernisiert den Rahmen für elektronische Rechnungen. Haushalte und Einzelunternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde VND müssen nun E-Rechnungen mit Steuerbehördencode oder über zertifizierte Kassensysteme nutzen.
Die Neuregelung erweitert zudem den Kreis der Branchen, die elektronische Rechnungen ohne spezifische Steuerkennzeichen verwenden dürfen. Dazu gehören der Bankensektor, der Wertpapierhandel sowie der Handel mit Krypto-Assets und Emissionsrechten. Bei Änderungen von Registrierungsinformationen im Steuersystem ist künftig eine biometrische Authentifizierung Pflicht.
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Peppol wird globaler Standard
Auf internationaler Ebene festigt Peppol seine Position als globaler Standard. OpenPeppol veröffentlichte im Juni die Version 4.0.0 seiner internen Richtlinien. Das Vereinigte Königreich hat Peppol für ein Mandat im Jahr 2029 bestätigt. Auch Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Peppol-basierten Spezifikationen aktualisiert.
Diese nationalen Entwicklungen stehen im Kontext der europäischen Initiative „VAT in the Digital Age“ (ViDA). Das grenzüberschreitende digitale Reporting innerhalb der EU soll nach aktuellem Planungsstand am 1. Juli 2030 in Kraft treten. Bis dahin passen zahlreiche EU-Mitgliedstaaten ihre nationalen Systeme schrittweise an – darunter Polen mit dem KSeF-System und die Slowakei.
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