E-Rechnung: Versandpflicht kommt 2027 für große Betriebe
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 07:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Trotz der bereits geltenden Empfangspflicht für E-Rechnungen im B2B-Bereich herrscht große Verunsicherung. Jetzt gibt es kostenlose Hilfe.
Neuer Wissenshub und Online-Tools
Eine SAP-Beratung aus Minden hat Mitte Juli 2026 einen kostenlosen Wissenshub und drei Online-Tools veröffentlicht. Damit können Unternehmen einen E-Rechnungs-Check durchführen, korrekte Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD identifizieren und die Leitweg-ID prüfen. Die Angebote sind ohne Registrierung nutzbar.
„Viele Betriebe scheitern derzeit noch an Basisfragen der Umstellung“, sagt Geschäftsführer Stephan Kaup. Das Elster-Portal bietet ergänzend ein weiteres kostenloses Tool an. Besonders Handwerksbetriebe sind betroffen: Eine ZDH-Umfrage zeigt eine hohe Belastung durch technische Anforderungen und Bürokratie.
Eine rechtskonforme Rechnung muss elf Pflichtangaben enthalten. Dazu gehören die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, ein eindeutiges Ausstellungsdatum und eine fortlaufende Rechnungsnummer.
Strenge Fristen und hohe Strafen
Der Zeitplan für die Digitalisierung ist ambitioniert. Die Pflicht zum Empfang und zur Archivierung von E-Rechnungen gilt bereits seit dem 1. Januar 2025. Jetzt kommen weitere Stufen:
Ab 1. Januar 2027: Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz müssen E-Rechnungen versenden.
Ab 1. Januar 2028: Die Versandpflicht gilt für alle B2B-Unternehmen.
Ab 1. Juli 2030: Das Meldesystem „VAT in the Digital Age“ (ViDA) startet für grenzüberschreitende EU-Umsätze.
Wer die Vorgaben ignoriert, riskiert den Verlust des Vorsteuerabzugs. Bußgelder von bis zu 5.000 Euro sind möglich. Elektronische Rechnungen müssen acht Jahre im Originalformat archiviert werden.
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Eine aktuelle Umfrage zeigt: Rund 69 Prozent der Befragten fühlen sich unzureichend informiert. Als bevorzugter Übertragungsweg zeichnet sich das Peppol-Netzwerk ab.
Effizienzgewinne und internationale Herausforderungen
Trotz der Umstellungsschwierigkeiten locken erhebliche Einsparungen. Die Automatisierung senkt die Prozesskosten um bis zu 31 Prozent. Das kann Unternehmen bis zu 13.500 Euro pro Jahr bringen.
Das sogenannte „5-Corner-Modell“ spielt dabei eine zentrale Rolle. Es ermöglicht die automatisierte Übermittlung umsatzsteuerrelevanter Daten an die Finanzverwaltung.
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Auch international steigt der Druck. Frankreich führt zum 1. September 2026 eine umfassende E-Rechnungspflicht ein. Das betrifft auch deutsche Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen ins Nachbarland. Das französische System ist komplex und sieht zahlreiche Statusmeldungen vor.
Branchenlösungen und Prozessintegration
Die Digitalisierung erfasst auch angrenzende Bereiche. Ein Softwareanbieter hat Mitte Juli 2026 eine neue Vertriebspipeline integriert, die CRM-Module direkt mit der Rechnungsstellung verknüpft.
Im Gastgewerbe gibt es ebenfalls Entbürokratisierung: Seit Januar 2025 ist die Meldescheinpflicht für deutsche Gäste abgeschafft. Beherbergungsbetriebe dürfen Daten von Inlandsgästen nur noch mit expliziter Einwilligung erheben. Die Pflicht für ausländische Gäste bleibt bestehen.
Auf dem MICE Executive Circle Anfang Juli 2026 am Starnberger See diskutierten Branchenvertreter verstärkt über KI-Einsatz auf Basis sauber definierter Datenprozesse.
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