E-Rechnungspflicht 2027: Nur 6% der Firmen erfüllen Anforderungen
13.06.2026 - 21:12:09 | boerse-global.de
Im Fokus stehen KI-Integration und zentrale Datenhoheit, um internationale Expansionspläne abzusichern und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Besonders das Aufbrechen lokaler Datensilos im Controlling rückt in den Mittelpunkt.
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Strategische Optimierung durch zentrale Datenhoheit
Branchenexperten von SAP Concur empfehlen in einer aktuellen Veröffentlichung, lokale Datensilos im Reisekostenmanagement konsequent aufzubrechen. Das Ziel: eine „Single Source of Truth“ und ein einheitliches globales Controlling-Modell. Reise- und Bewirtungskosten machen im Schnitt rund 10 Prozent der variablen Kosten eines Unternehmens aus – ein erheblichel Hebel für die finanzielle Steuerung.
Sechs zentrale Optimierungshebel wurden identifiziert: Controlling soll manuelle Belegfehler eliminieren und administrative Prozesse straffen. Neben der proaktiven Steuerung unvorhergesehener Kosten wie Roaming-Gebühren stehen Compliance-Sicherung und Betrugsprävention im Vordergrund. Eine umfassende Datenhoheit verbessert zudem die Verhandlungsposition gegenüber Dienstleistern und ermöglicht die vollständige Ausschöpfung steuerlicher Vorteile.
KI-Agenten und automatisierte Buchungsprozesse
Ein wesentlicher Trend: KI-gestützte Reiseagenten direkt in den Arbeitsumgebungen der Mitarbeiter. Navan startete die Initiative „Navan Anywhere“ und integrierte Reiseplanungs- und Buchungsfunktionen in Gemini Enterprise. Über eine Headless-Architektur planen Nutzer Reisen, während Richtlinien und Spesenprozesse automatisiert im Hintergrund ablaufen.
Auch der Finanzdienstleister Pleo kündigte spezialisierte KI-Agenten an, deren Testphase im Juli startet. Der „Policy Agent“ überwacht die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien, weitere Agenten übernehmen Aufgaben in der Kreditorenbuchhaltung und im Treasury. Hintergrund: Rund 45 Prozent der europäischen Unternehmen fühlen sich durch ineffiziente Prozesse ausgebremst. Obwohl 73 Prozent die Zukunft im KI-Einsatz sehen, geben 63 Prozent an, dass es noch an den nötigen Kenntnissen fehlt.
E-Rechnungspflicht 2027 als digitaler Treiber
Die gesetzlichen Änderungen erhöhen den Handlungsdruck massiv. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 800.000 Euro strukturierte E-Rechnungen wie XRechnung oder ZUGFeRD empfangen und verarbeiten können.
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Eine Studie von Quadient zeigt eine deutliche Diskrepanz: 75 Prozent der befragten 300 Unternehmen bewerten ihre Rechnungsprozesse als digitalisiert – aber nur 6 Prozent erfüllen die künftigen gesetzlichen Anforderungen. Rund 71 Prozent der Firmen planen die Umsetzung über ihre bestehenden ERP-Systeme. Experten weisen darauf hin, dass KI-gestützte Inbound Invoice Automation die Kosten um bis zu 30 Prozent senken könnte.
Diskrepanz bei Reifegrad und Erwartungen im Einkauf
Trotz technologischer Fortschritte ist der reale KI-Einsatz im Mittelstand noch ausbaufähig. Das „Einkaufsbarometer Mittelstand 2026“ von Onventis und BME beziffert den Anteil der Unternehmen mit hoch ausgereiftem KI-Einsatz auf lediglich 6,0 Prozent. Auch die allgemeine Automatisierung wird nur von 18,6 Prozent als weit fortgeschritten eingestuft.
Dennoch erwarten fast 95 Prozent der Umfrageteilnehmer eine grundlegende Veränderung der Rollenprofile im Einkauf und in der Buchhaltung. Das größte Automatisierungspotenzial wird mit 95,1 Prozent in der Rechnungsverarbeitung gesehen. Die größten Hindernisse für die digitale Transformation: fehlende personelle Ressourcen (64,8 Prozent) und mangelhafte Datenqualität (56,0 Prozent). Speziell für die Kontierung in SAP-Systemen versprechen Lösungen wie der „DPS Accounting Assistant“ mittels Large Language Models Durchlaufzeiten um bis zu 80 Prozent zu reduzieren.
