E-Rechnungsstandards, Factur-X

E-Rechnungsstandards: Factur-X und ZUGFeRD ab September aktualisiert

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die aktualisierten E-Rechnungsformate Factur-X 1.09.2 und ZUGFeRD 2.5.2 treten am 1. September 2026 in Kraft und harmonisieren die technischen Anforderungen für den deutsch-französischen Markt.

Neue E-Rechnungsstandards: FeRD und FNFE-MPE veröffentlichen aktualisierte ZUGFeRD- und Factur-X-Spezifikationen
Ein moderner Schreibtisch mit Laptop und Tablet in einem professionellen Büroumfeld, das für digitale Buchhaltung steht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Forum für elektronische Rechnungstellung Deutschland (FeRD) und das französische Pendant FNFE-MPE haben am 4. August 2026 die aktualisierten Spezifikationen für die E-Rechnungsstandards Factur-X und ZUGFeRD vorgestellt. Mit der Veröffentlichung der Versionen Factur-X 1.09.2 und ZUGFeRD 2.5.2 reagieren die Organisationen auf notwendige technische Korrekturen und bereiten die Wirtschaft auf die bevorstehenden E-Rechnungsreformen in Deutschland und Frankreich vor.

Technische Synchronisation und hybride Struktur

Die nun präsentierten Standards Factur-X 1.09.2 und ZUGFeRD 2.5.2 sind technisch identisch und folgen dem Konzept des hybriden Rechnungsformats. Dabei wird eine visuelle Darstellung der Rechnung im PDF/A-3-Format mit einem strukturierten XML-Datensatz kombiniert. Diese Struktur ermöglicht sowohl die menschliche Lesbarkeit als auch die automatisierte maschinelle Verarbeitung.

Die Grundlage der Formate bilden internationale Normen, insbesondere die europäische Norm EN 16931 sowie die Spezifikation UN/CEFACT CII D22B. Durch die Einhaltung dieser Vorgaben wird die Interoperabilität zwischen verschiedenen IT-Systemen und über Ländergrenzen hinweg sichergestellt. Das aktuelle Update dient primär dazu, die Konformität mit diesen Rahmenwerken weiter zu schärfen und die Implementierung in Unternehmensprozesse zu erleichtern.

Funktionale Erweiterungen für Bündelprodukte und Steuerlogik

Ein wesentlicher Bestandteil der Aktualisierung vom 4. August 2026 sind Korrekturen an einer vorangegangenen Version vom 10. Juni. Das Update adressiert spezifische technische Details, die in der praktischen Anwendung der Vorgängerversion identifiziert wurden. Dazu gehört unter anderem ein verbessertes Management von Unterpositionen für sogenannte Kits oder Produktbündel. Diese Erweiterung erlaubt eine präzisere Abbildung von komplexen Warenstrukturen innerhalb des XML-Datensatzes.

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Zusätzlich wurden Anpassungen bei der Aufschlüsselung der Umsatzsteuer (VAT) und der Rundungslogik vorgenommen. Diese technischen Feinheiten sind entscheidend, um Differenzen zwischen dem visuellen PDF-Teil und dem eingebetteten Datensatz zu vermeiden und eine rechtssichere Abrechnung zu gewährleisten. Die Änderungen basieren laut den beteiligten Organisationen zudem auf einer Stellungnahme des deutschen Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 15. Oktober 2025, wodurch nationale regulatorische Anforderungen in den gemeinsamen Standard eingeflossen sind.

Rechtlicher Rahmen und Inkrafttreten

Die aktualisierten Standards Factur-X 1.09.2 und ZUGFeRD 2.5.2 treten am 1. September 2026 offiziell in Kraft. Obwohl die Veröffentlichung keine neue unmittelbare Steuerpflicht begründet, betonten Experten die Notwendigkeit zeitnaher technischer Anpassungen in den Buchhaltungssystemen. Die Standards fungieren als technische Basis für die verpflichtende Einführung der elektronischen Rechnungstellung, die in beiden Ländern im Rahmen umfassender Digitalisierungsprojekte der Finanzverwaltungen vorangetrieben wird.

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Unternehmen und Softwarehersteller sind nun gefordert, die neuen Spezifikationen in ihre Systeme zu integrate, um ab September die volle Kompatibilität mit den neuesten Anforderungen des deutsch-französischen Marktes sicherzustellen. Durch die technische Identität von ZUGFeRD und Factur-X wird dabei ein einheitlicher Standard für den grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone bereitgestellt.

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