E-Rechnungsstandards: ZUGFeRD 2.5 und Factur-X verzögert sich
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Organisationen FeRD und FNFE-MPE haben die Veröffentlichung der neuesten Versionen der E-Rechnungs-Standards ZUGFeRD 2.5 und Factur-X 1.09 verschoben. UrsprĂŒnglich war die Bereitstellung der aktualisierten Spezifikationen fĂŒr den 20. Mai 2026 geplant gewesen. Als wesentlicher Grund fĂŒr den neuen Zeitplan wird die laufende Ăberarbeitung der europĂ€ischen Norm EN 16931 angefĂŒhrt, an die die Formate angepasst werden mĂŒssen.
Gestuftes Verfahren fĂŒr neue Spezifikationen
Trotz der allgemeinen Verzögerung erfolgt die Veröffentlichung der neuen Standards in einem mehrstufigen Prozess. Ein erster Schritt wurde bereits am 10. Juni 2026 vollzogen. Dieser umfasste eine Aktualisierung der Codelisten sowie die Definition von Anforderungen, die speziell fĂŒr das kommende B2B-Mandat in Frankreich relevant sind.
Ein zweiter Veröffentlichungsschritt steht hingegen noch aus. Dieser soll unter anderem technische Funktionen fĂŒr Bruttorechnungen integrieren. Ein konkreter Termin fĂŒr diesen zweiten Teil der Veröffentlichung wurde von den Gremien FeRD und FNFE-MPE bislang nicht öffentlich kommuniziert.
Technische Differenzierung zwischen ZUGFeRD und XRechnung
Das Format ZUGFeRD, welches international unter dem Namen Factur-X bekannt ist, fungiert als hybrides Rechnungsformat. Es basiert auf der EU-Norm EN 16931 und kombiniert eine PDF/A-3-Datei mit einer integrierten XML-Struktur. Dies ermöglicht sowohl die menschliche Lesbarkeit als auch die automatisierte Verarbeitung der Daten.
In der Vergangenheit wurden bereits verschiedene Versionen wie 1.0, 2.0 bis hin zu 2.2 veröffentlicht, um unterschiedliche Anforderungen des Marktes abzudecken.
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Hiervon abzugrenzen ist das Format XRechnung. Dieses ist ebenfalls nach der Norm EN 16931 strukturiert, verzichtet jedoch auf die visuelle PDF-Komponente und ist somit ein rein XML-basiertes Format, das ausschlieĂlich maschinenlesbar ist.
Eine Besonderheit der XRechnung im Bereich Business-to-Government (B2G) ist die verpflichtende Angabe der sogenannten Leitweg-ID im Feld BT-10, um eine korrekte Zustellung an öffentliche Auftraggeber zu gewÀhrleisten.
Softwaremarkt reagiert auf regulatorische Anforderungen
Ungeachtet der zeitlichen Verschiebungen bei den Basis-Spezifikationen treiben Softwareanbieter die Integration von E-Rechnungs-Funktionen voran. Am 18. August 2026 veröffentlichte der Anbieter easyJOB die Version 8.1 seiner Agentursoftware.
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Die neue Version umfasst erweiterte Funktionen fĂŒr die elektronische Fakturierung, darunter die UnterstĂŒtzung der XRechnung im UBL-Format sowie dedizierte Konfigurationsmöglichkeiten fĂŒr ZUGFeRD. ErgĂ€nzt wurde das System zudem um einen KI-Assistenten namens eVA.
Auch fĂŒr spezialisierte Branchenlösungen wird die KompatibilitĂ€t mit den gĂ€ngigen Standards zum Standard. Die KI-Software AngebotFIX, die sich primĂ€r an Handwerksbetriebe richtet, unterstĂŒtzt neben dem DATEV-Export ebenfalls die Formate ZUGFeRD und XRechnung.
FĂŒr die Nutzung dieser Funktionen bietet das Unternehmen verschiedene Preismodelle an. Das sogenannte Pro-Abo wird mit 29,90 Euro pro Monat berechnet, wĂ€hrend eine Starter-Variante fĂŒr 12,90 Euro pro Monat zur VerfĂŒgung steht.

