Eichbaum-Insolvenz, Arbeitsplätze

Eichbaum-Insolvenz: 140 Arbeitsplätze weg – Transfergesellschaft für 80

18.06.2026 - 19:12:34 | boerse-global.de

Die insolvente Mannheimer Traditionsbrauerei will 140 Stellen streichen. Der Verkauf des Firmengeländes an das Uniklinikum wird verhandelt.

Eichbaum Brauerei: Sanierungsplan sieht massiven Stellenabbau vor
Eichbaum-Insolvenz - Ein stiller, moderner Brauereibetrieb mit leeren Abfüllanlagen und gedämpftem Licht, das eine melancholische Stimmung erzeugt. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von den knapp 300 Beschäftigten können nur 160 bleiben. 80 Mitarbeiter sollen in eine Transfergesellschaft wechseln.

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„Denkbar schlechte Stimmung“

Der Stellenabbau fällt weniger drastisch aus als befürchtet. Die Gewerkschaft NGG hatte zuvor den Verlust von bis zu 200 Arbeitsplätzen prognostiziert. Trotzdem beschrieb der Betriebsrat die Stimmung im Unternehmen als „denkbar schlecht“. Auf einer Betriebsversammlung kam es zu emotionalen Szenen.

Die neue Struktur sieht vor, die Flaschenabfüllung von drei Schichten auf nur noch eine zu reduzieren. Für die verbleibenden Mitarbeiter bedeutet das eine grundlegende Veränderung der Arbeitsabläufe.

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Verkauf des Brauereigeländes

Das Uniklinikum Mannheim verhandelt mit dem Insolvenzverwalter über den Erwerb des Geländes. Das Wissenschaftsministerium bestätigte die Gespräche. Das Klinikum braucht die Flächen für eigene Bauprojekte.

Zuvor war ein geplanter Verkauf an den Finanzinvestor Lafayette Mittelstand Capital gescheitert. Die Stadt Mannheim hatte bereits im FrĂĽhjahr ein Vorkaufsrecht geprĂĽft. Parallel ĂĽbernimmt die Park & Bellheimer AG kĂĽnftig den Gastronomie-Vertrieb der Brauerei.

Branchenweite Krise

Die Entwicklung bei Eichbaum ist kein Einzelfall. Die Insolvenz in Eigenverwaltung begann im Oktober 2025, seit Januar 2026 läuft ein reguläres Verfahren. Zeitgleich meldete die Schussenrieder Brauerei Ott Insolvenz an – dort sind 40 Mitarbeiter betroffen.

Der Bierkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren. 2025 fiel der Absatz auf ein Rekordtief – sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. In Baden-Württemberg schrumpfte die Zahl der Brauereien von 205 (2023) auf 190 im ersten Halbjahr 2026. Auch die Warsteiner-Gruppe steht vor Schließungen in Paderborn und Herford.

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