Eichenprozessionsspinner, Bäume

Eichenprozessionsspinner: 900 Bäume befallen – Brennhaare lösen Allergien aus

14.06.2026 - 17:41:25 | boerse-global.de

Fast 900 befallene Bäume in Bremen: Die Eichenprozessionsspinner-Plage erreicht 2026 ein Rekordniveau und übertrifft das Vorjahr.

Eichenprozessionsspinner: Rekordbefall in Bremen 2026
Eichenprozessionsspinner - Eichenprozessionsspinner: 900 Bäume befallen – Brennhaare lösen Allergien aus 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Umweltbetrieb Bremen (UBB) meldete Mitte Juni 2026 fast 900 Sichtungen. Damit ist das Vorjahresniveau bereits übertroffen. Die Stadt reagiert mit Warnmarkierungen in allen Stadtteilen. Eine gezielte Bekämpfungsstrategie soll die gesundheitlichen Risiken minimieren.

Warum es dieses Jahr besonders schlimm ist

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Der Klimawandel ist der Haupttreiber. Das warme Frühjahr 2026 bot den Larven optimale Bedingungen. Die Schmetterlingsart profitiert von steigenden Temperaturen. Der UBB hat deshalb in sämtlichen Bremer Stadtgebieten Warnhinweise angebracht.

Spezialisierte Fachfirmen kümmern sich um die Bekämpfung der Raupennester. Die Stadt setzt klare Prioritäten: Kindertagesstätten, Schulen und Spielplätze werden zuerst behandelt. Standorte mit hoher Personendichte haben Vorrang.

Die unsichtbare Gefahr der Brennhaare

Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Raupen enthalten das Protein Thaumetopoein. Bei Kontakt drohen schwere allergische Reaktionen, starker Juckreiz und Atembeschwerden. Besonders tückisch: Verlassene Nester behalten ihre Gefährlichkeit über lange Zeit. Der Wind verteilt die Haare zusätzlich.

Das Gesundheitsamt rät: Im Juni und Juli den Aufenthalt unter Eichen vermeiden. In betroffenen Gebieten die Warnungen strikt beachten. Die professionelle Beseitigung erfolgt durch Absaugen mit Spezialsaugern, Abflämmen oder biologische Mittel.

Bundesweit ein bekanntes Problem

Seit den 1990er Jahren breitet sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland massenhaft aus. Berlin meldet Befälle an über 5.000 Eichen an rund 881 Standorten. Dort mussten Sportanlagen bis Mitte Juni schließen. Auch aus Franken und Brandenburg werden massive Ausbreitungen gemeldet.

Die Bekämpfungsmethoden unterscheiden sich regional. In Bremen und Nürnberg setzt man auf Absaugverfahren. In der Prignitz und im Landkreis Ludwigslust-Parchim kamen bereits im Mai Hubschrauber zum Einsatz. Sie brachten biologische Mittel auf mehreren hundert Hektar aus.

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Warnsysteme und ihre Grenzen

Seit April 2025 hilft das Frühwarnsystem PHENTHAUproc des Deutschen Wetterdienstes. Es überwacht die phänologische Entwicklung der Raupen. Trotzdem stoßen die Kommunen an ihre Grenzen. In Nürnberg beträgt die Bearbeitungszeit für Meldungen rund zwei Wochen – das Aufkommen ist schlicht zu groß.

Die Autobahn GmbH fĂĽhrt zudem Reinigungsarbeiten an wichtigen FernstraĂźen durch. Die A7, A9 und A73 sind betroffen. Die MaĂźnahmen werden voraussichtlich bis Ende Juli andauern.

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