Italien, Energie

Pipeline-Sabotage bedrohte Kraftstoffversorgung in SĂŒddeutschland

10.04.2026 - 17:20:44 | dts-nachrichtenagentur.de

Ein Anschlag auf die Stromversorgung der Transalpine Pipeline (TAL) in Italien hat Ende MĂ€rz offenbar die Versorgung Bayerns und Baden-WĂŒrttembergs mit Benzin, Diesel und Flugkraftstoffen gefĂ€hrdet.

Öltanks (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Rohölversorgung der grĂ¶ĂŸten deutschen Raffinerie Miro bei Karlsruhe mehrere Tage lang unterbrochen, berichten die "Welt am Sonntag" und "Business Insider".

"Wir haben bis zum 30. MĂ€rz, circa 2 Uhr, drei Tage lang kein Rohöl durch die TAL-Pipeline bekommen und aus unseren RohölbestĂ€nden gelebt", bestĂ€tigte eine Sprecherin von Miro. Auch die Bayernoil-Raffinerie hatte mit dem Lieferausfall zu kĂ€mpfen. Die Standorte Neustadt und Vohburg in Bayern mussten ebenfalls die Lieferunterbrechung aus örtlichen LagerbestĂ€nden drei Tage lang ĂŒberbrĂŒcken.

Ursache des Pipeline-Ausfalls nach Angaben der Zeitungen ein Anschlag auf die Stromversorgung einer Pumpstation bei Terzo di Tolmezzo in den italienischen Alpen. Zwei voneinander unabhĂ€ngige Quellen bestĂ€tigten der "Welt am Sonntag" und "Business Insider", dass der Ausfall der Pipeline ein Fall von Sabotage gewesen sei. Behörden in Deutschland seien von italienischer Seite ĂŒber den Vorgang informiert worden.

"Das Bundeskriminalamt steht zu diesem Vorfall mit den italienischen Behörden in Kontakt", bestÀtigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag auf kritische Infrastruktur handelt, sei "Gegenstand der weiteren Ermittlungen der italienischen Behörden", so das Innenministerium.

Die Sprecherin der Miro-Raffinerie erklĂ€rte, dass wĂ€hrend des Pipeline-Ausfalls "alle Produkte uneingeschrĂ€nkt verfĂŒgbar" gewesen seien. Es habe keine EinschrĂ€nkungen bei der Tankstellenversorgung gegeben. Wie lange die Raffinerie aus den Tanklagern vor Ort noch hĂ€tte versorgt werden können, blieb jedoch unklar. Nach der Reparatur der Pumpstation baue Miro jetzt "die RohölbestĂ€nde wieder schrittweise auf".

Miro versorgt nach eigenen Angaben jeden Tag zehn Millionen Menschen mit Kraftstoffen und Heizöl, sowie Tausende Karlsruher Haushalte mit FernwĂ€rme. Statistisch decken die Produkte der Raffinerie Miro rund 45 Prozent des gesamten PrimĂ€renergiebedarfs in Baden-WĂŒrttemberg ab.

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