Ampel-Politiker, Linie

Ampel-Politiker fĂŒr harte Linie gegen Huawei

08.03.2024 - 00:50:45 | dpa.de

Ein GesprĂ€ch von Luftwaffen-Offizieren wird abgehört. Cyberattacken nehmen zu. Nun fordern Politiker Entschlossenheit im Umgang mit Anbietern, um das 5G-Netz vor autoritĂ€ren EinflĂŒssen zu schĂŒtzen.

Das Ressort von Innenministerin Faeser hat sich bereits festgelegt, Huawei mit Verboten aus dem Netz zu drÀngen. - Foto: Fabian Sommer/dpa
Das Ressort von Innenministerin Faeser hat sich bereits festgelegt, Huawei mit Verboten aus dem Netz zu drÀngen. - Foto: Fabian Sommer/dpa

Nach der Taurus-AbhöraffĂ€re fordern fĂŒhrende Ampel-Politiker und die Union ein entschlossenes Vorgehen gegen Huawei-Technik im neuesten Mobilfunkstandard 5G. «Mit zunehmenden Cyberattacken sehen wir, wie zentral eine sichere digitale Infrastruktur ist», sagte die Parlamentarische StaatssekretĂ€rin im Bundeswirtschaftsministerium, Franziska Brantner, der «SĂŒddeutschen Zeitung».

«Jeder Tag, den wir abwarten, macht uns verwundbarer. Deshalb gilt es, als Bundesregierung zu einer Entscheidung im Umgang mit Anbietern wie Huawei zu kommen und unser 5G-Netz vor autoritĂ€ren EinflĂŒssen zu schĂŒtzen», warnte die GrĂŒnen-Politikerin.

FĂŒr den innenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Hartmann, ist eine systematische Strategie zum Austausch kritischer Komponenten von Huawei aus dem deutschen 5G-Netz dringend nötig, um mögliche kompromittierende strukturelle AbhĂ€ngigkeiten abzubauen.

Konstantin von Notz: DĂŒrfen keinesfalls Zeit verlieren

Auch die GrĂŒnen im Bundestag mahnen zur Eile. «Angesichts stark gestiegener Bedrohungslagen dĂŒrfen wir keinesfalls weiter Zeit verlieren», sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz. «Die Warnungen unserer Sicherheitsbehörden sind einhellig und könnten klarer kaum sein», sagt der Innenpolitiker, der auch Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste ist. «Wir erwarten vom Kanzleramt, dass es schnellstmöglich zu einer Entscheidung auf Grundlage der vor Monaten getroffenen Vereinbarungen kommt.»

Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andrea Lindholz, forderte: «Der Kanzler muss handeln.» Auch Unternehmen sollten einsehen, dass im Zweifel Sicherheitsinteressen Vorrang vor Wirtschaftsinteressen haben mĂŒssten.

Huawei und ZTE mit Verboten aus dem Netz drÀngen

Das Ressort von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte sich im September bereits festgelegt, Huawei und ZTE mit Verboten radikal aus dem Netz zu drÀngen. Die drei Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland (O2) sollten ihre Kernnetze bis Ende 2025 von kritischen Komponenten chinesischer Herkunft befreien.

Bis 2026 sollten im Zugangsnetz möglichst die großen Metropolen - allen voran die Hauptstadt Berlin - frei von chinesischen Bauteilen sein. Das Digitalressort von FDP-Minister Volker Wissing stellt sich nach Angaben des Blattes bislang gegen den Plan. «FĂŒr den 5G-Ausbau gelten bereits heute strenge Sicherheitsanforderungen nach dem Telekommunikationsgesetz», sagte ein Sprecher.

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