FachkrÀftemangel trifft Mittelstand mehr als teure Energie
18.04.2024 - 06:44:43Der FachkrĂ€ftemangel in Deutschland belastet den Mittelstand einer Umfrage zufolge stĂ€rker als BĂŒrokratie und gestiegene Energiekosten. Das zeigt eine Umfrage der Heidelberger Druckmaschinen AG, an der rund 700 FĂŒhrungskrĂ€fte mittelstĂ€ndischer Firmen teilnahmen. Demnach gab fast jeder MittelstĂ€ndler an, von Personalmangel betroffen zu sein (neun von zehn). Knapp die HĂ€lfte der Befragten (49 Prozent) antwortete, stark bis sehr stark unter Arbeits- und FachkrĂ€ftemangel zu leiden.
Gefragt nach den derzeit drĂ€ngenden Problemen nannten die MittelstĂ€ndler Arbeits- und FachkrĂ€ftemangel (50 Prozent) an erster Stelle - noch vor den vergleichsweise hohen Energie- und Rohstoffpreisen (37 Prozent) sowie zu viel BĂŒrokratie (31 Prozent).
StÀrkerer Einsatz von Technik
Laut der reprĂ€sentativen Umfrage, die das F.A.Z.-Institut im Februar durchgefĂŒhrt hat, sehen viele MittelstĂ€ndler den stĂ€rkeren Einsatz von Technik als ein geeignetes Mittel, um Personalmangel auszugleichen. So setzen drei Viertel der Befragten (74 Prozent) auf die Digitalisierung eigener Arbeitsprozesse. Rund zwei Drittel (67 Prozent) halten den Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz fĂŒr effektiv, um PersonalengpĂ€sse zu minimieren.
Gerade MittelstÀndler aus der Industrie sehen Chancen in der Automatisierung ihrer Produktion. 67 Prozent der Befragten dort sehen Automatisierung als geeignetes Mittel gegen den Arbeits- und FachkrÀftemangel.
Nachholbedarf bei Digitalisierung
Gut 90 Prozent der befragten MittelstĂ€ndler stimmen der Aussage zu, dass die deutsche Wirtschaft ohne Digitalisierung und Automatisierung nicht wettbewerbsfĂ€hig sei. Den Stand der Digitalisierung in der Wirtschaft aber finden sieben von zehn Befragten höchstens mittelmĂ€Ăig. Nachholbedarf wird besonders im eigenen Haus gesehen: Die eigene Firma stuft nur gut die HĂ€lfte der MittelstĂ€ndler bei der Digitalisierung als fortschrittlich ein.
Nicht nur in der Druckindustrie hĂ€tten viele kleine und mittlere Unternehmen Nachholbedarf bei der Digitalisierung, sagte Ludwin Monz, Vorstandschef der Heidelberger Druckmaschinen AG. «Sie brauchen eine Strategie fĂŒr den Einsatz moderner Technologien und eine Bildungsoffensive, um ihre BeschĂ€ftigten fit fĂŒr die Arbeitswelt von morgen zu machen. Hier sind auch Schulen und Schulungsbetriebe gefordert.»
Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Reinhard Houben, sagte, auch wenn Digitalisierung und Automatisierung Abhilfe schaffen, so lösten diese MaĂnahmen nicht alle Probleme. «Wir brauchen eine Willkommenskultur fĂŒr Fach- und ArbeitskrĂ€fte aus dem Ausland, um unseren Wohlstand und unsere WettbewerbsfĂ€higkeit zu erhalten.»


