Umstrittene, Einweg-E-Zigaretten

Umstrittene Einweg-E-Zigaretten werden Auslaufmodell

19.09.2024 - 17:00:14

Ein paar Hundert Mal dran ziehen und dann wird das GerĂ€t Elektroschrott - bei Einweg-E-Zigaretten ist das so vorgesehen. 2022 ĂŒberschwemmten solche Produkte den Markt. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Die umstrittenen Einweg-E-Zigaretten werden in deutschen GeschĂ€ften deutlich weniger verkauft als frĂŒher. Nachdem ihr Anteil am legalen Vaping-Markt im Inland einer BranchenschĂ€tzung zufolge im Jahr 2022 noch bei 40 Prozent lag, so dĂŒrften es Ende 2024 schĂ€tzungsweise nur noch 15 Prozent sein und im kommenden Jahr circa 10 Prozent, sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des BĂŒndnisses fĂŒr Tabakfreien Genuss (BfTG), Philip DrögemĂŒller auf der Messe Intertabac in Dortmund. In dem Verband sind HĂ€ndler und Hersteller vertreten. 

Zum einen bereiteten sich die Firmen auf das 2027 greifende Verkaufsverbot dieser GerĂ€te vor, deren Batterie nicht wiederaufladbar oder einfach austauschbar ist, so der Branchenvertreter. Zum anderen böten die GeschĂ€fte verstĂ€rkt Mehrweg-GerĂ€te an, die fĂŒr Konsumenten auch Preisvorteile hĂ€tten. Bei solchen GerĂ€ten können die FlĂŒssigkeiten (Liquids), die verdampft und inhaliert werden, nachgefĂŒllt werden - entweder ĂŒber Kartuschen (Pods) oder mit FlĂ€schchen, die einen kleinen Tank befĂŒllen. 

Kritik an Einweg-Artikeln

Vor allem unter jungen Leuten sind die Produkte beliebt, die hĂ€ufig in auffĂ€lligen Farbdesigns angeboten werden. UmweltschĂŒtzer sehen die Wegwerf-Artikel kritisch, weil dabei Rohstoffe verschwendet wĂŒrden. Vertreter der Entsorgungsbranche wiederum warnen vor Brandrisiken in MĂŒllwagen und Sortieranlagen, wenn die E-Zigaretten nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ als Elektroschrott, sondern ĂŒber den normalen HausmĂŒll entsorgt werden. 

In FachgeschĂ€ften berate man den Kunden hin zu nachhaltigeren Systemen und weg von den Einweg-Artikeln, sagt Horst Winkler vom Verband des eZigarettenhandels (VdeH). «Das machen wir mit großem Erfolg.» Er rechnet ebenfalls damit, dass der Verkauf der Einweg-Artikel weiter sinkt, warnt aber vor einem zunehmenden Schwarzmarkt, wo die Wegwerfartikel schon jetzt massiv angeboten wĂŒrden. Er appelliert an den Staat, dagegen entschlossen vorzugehen und das bisherige «Vollzugsdefizit» abzustellen.

Branche setzt verstÀrkt auf Mehrweg

Auf die Frage, warum die GeschĂ€fte die umstrittenen Produkte ĂŒberhaupt noch verkaufen, wenn das Interesse des Konsumenten an der Mehrweg-Variante so stark steige, sagt BfTG-GeschĂ€ftsfĂŒhrer DrögemĂŒller: «Es ist ein Produkt, das natĂŒrlich auch extrem erfolgreich gewesen ist in den letzten Jahren, der Erfolg wird geringer, aber er ist noch nicht bei null.»

Der Trend weg von den Einweg-Produkten lĂ€sst sich auch an den StĂ€nden der Fachmesse erkennen, die am Donnerstag startete. So berichtet der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschlandtochter des chinesischen E-Zigarettenherstellers Reymont, Selim Özder, dass seine Firma hierzulande zwar noch Einwegprodukte anbiete, diesen Verkauf zum Jahresende aber einstellen werde. An seinem Messestand bewirbt Reymont Mehrweg-Systeme, mit denen die Firma ihre GeschĂ€fte im kommenden Jahr steigern will. Die Aussichten seien gut, sagt Özder. «Die Kunden gehen auf nachfĂŒllbare GerĂ€te, weil das sinnvoller ist.» 

Auch der Anbieter Gold Bar, der seine Einweg-Produkte im vergangenen Jahr auf der Intertabac im großen Stil beworben hatte und nun erneut PrĂ€senz zeigt bei dem Branchentreff, hat inzwischen eine Mehrweg-Variante in petto. Konkurrent Elfbar geht einen Ă€hnlichen Weg: Einweg-Produkte liegen an dessen Messestand zwar noch aus, werden von einer Firmenvertreterin aber als «altes Produkt» beschrieben. «Die Zukunft ist nachfĂŒllbar», sagt sie und verweist auf entsprechende neue Produkte.

 

 

@ dpa.de