ROUNDUP, US-Senat

US-Senat stimmt fĂŒr Trumps Steuergesetz

01.07.2025 - 19:10:11

Ein zentrales, von US-PrĂ€sident Donald Trump vorangetriebenes Steuer- und Ausgabengesetz hat eine wichtige HĂŒrde im US-Kongress genommen.

Der Senat billigte das Vorhaben, das unter dem Namen "One Big Beautiful Bill" firmiert (etwa: "Ein großes, schönes Gesetz"), am Mittag (Ortszeit) nach einer nĂ€chtlichen Marathonsitzung mit hauchdĂŒnner Mehrheit. Den Ausschlag gab US-VizeprĂ€sident JD Vance, der in seiner Rolle als PrĂ€sident des Senats bei einem Patt die entscheidende Stimme abgeben kann.

Zwar hatte das ReprĂ€sentantenhaus der Vorlage bereits in einer frĂŒheren Fassung zugestimmt. Doch weil der Senat Änderungen einbrachte, muss das Gesetz nun erneut durch die andere Kongresskammer. Erst danach kann es dem PrĂ€sidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Ziel der Republikaner ist es, das Paket noch vor dem 4. Juli - dem amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitstag - auf Trumps Schreibtisch zu bringen.

Steuergesetz sorgte fĂŒr Streit zwischen Trump und Musk

An dem Steuergesetz hatte sich zuvor ein Streit von Trump und Tech-MilliardĂ€r Elon Musk entzĂŒndet, der in eine offene Schlammschlacht mĂŒndete. In Social-Media-Posts wetterte Musk gegen das Gesetz und forderte stattdessen deutlich stĂ€rkere AusgabenkĂŒrzungen. Musk, der zeitweise einer der einflussreichsten Berater im Weißen Haus war, drohte zudem offen damit, republikanische Abgeordnete, die dem Gesetz zustimmen, bei den Kongresswahlen im kommenden Jahr politisch anzugreifen. Ins Spiel brachte er außerdem die GrĂŒndung einer neuen Partei der Mitte.

Trump warf hingegen Musk - auch Chef des Autoherstellers Tesla - vor, sich vor allem wegen der Streichung von Subventionen und Vorgaben zugunsten der Elektroautoindustrie ĂŒber das Vorhaben zu echauffieren.

Ein KernstĂŒck des Gesetzes ist die dauerhafte VerlĂ€ngerung von Steuererleichterungen aus Trumps erster Amtszeit. Finanziert werden sollen diese unter anderem durch Einschnitte bei Sozialleistungen - ein Punkt, der bei den Demokraten auf heftige Kritik stĂ¶ĂŸt. Aber auch in den eigenen Reihen gibt es Vorbehalte: Fiskalkonservative Republikaner bemĂ€ngeln, das Gesetz gehe nicht weit genug bei den AusgabenkĂŒrzungen und drohe das Haushaltsdefizit weiter in die Höhe zu treiben.

Trump selbst preist das Gesetz seit Wochen und erhöhte sukzessiv den Druck auf seine Parteikollegen, den Gesetzgebungsprozess zĂŒgig abzuschließen.

@ dpa.de